Tafelgeschirr aus "Terra sigillata  
FO: Magdalensberg
VO: Magdalensberg, Ausgrabungsmuseum - Ton

TafelgeschirrMit dem modernen Begriff "Terra sigillata" wird eine bestimmte Art von römischer Gefäßkeramik bezeichnet, die vorerst in Italien, später jedoch, etwa ab der Mitte des 1. Jh. n. Chr., vorwiegend auch in einzelnen Provinzen des römischen Reiches erzeugt worden war. Äußerlich zeichnet sich diese sehr dünnwandige Keramik vor allem durch eine rötlich und metallisch glänzende Oberfläche aus, wobei letztere oft mit plastischem Dekor versehen wurde. Der reiche überlieferte Formenschatz an Tellern, Schüsseln, Schälchen und anderen Gefäßen macht deutlich, daß sie in ihrer Vielfalt nicht als einfache Gebrauchskeramik Verwendung fanden, sondern vielmehr ein vornehmes und reich differenziertes Tafelgeschirr vorstellten, dessen stückmäßige Zusammensetzung für die jeweilige Einzelperson aus Grabfunden durchaus rekonstruiert werden kann.

Die Gleichartigkeit vielfacher Gefäßtypen in Form und Dekor, bei unterschiedlicher Größe, erlaubt es, hier bereits auch von "Servicen" zu sprechen, und macht ebenso auf eine gewisse Mengenproduktion aufmerksam. Die Herstellung erfolgte gleichsam "fabriksmäßig" in Töpfereien, wobei die einzelnen Firmen die Gefäße meist mit ihrem Namensstempel versahen. Dadurch, wie auch infolge eines gleich deutlichen wie stetigen, weil modebedingten Wandlungsprozesses in Formgebung und Dekor, bedeutet die "Terra sigillata" heute für die archäologische Forschung, speziell für Datierungsfragen, ein unentbehrliches Fundmaterial.

Lit.: M. Schindler-S. Scheffenegger, Die glatte rote Terra sigillata vom Magdalensberg. Arch. Forsch.. Magdalensberg 5 (1977), pass.