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Das
römische Militär bestand aus Legionen, Kohorten, Manipeln und Centurien.
Die Legion stellte ursprünglich das gesamte römische Heer dar. Es zählte
zu Anfang der Republik 4200 Mann Fußvolk (Principes, Hastati, Triarii
und Veliten) und 300 Reiter. Im 4. Jh. v. Chr. erfolgte eine Camillus
zugeschriebene Heeresreform, bei der die Legion deren es in dieser Zeit
vier gab in 10 Manipel zu je 2 Centurien unterteilt und durch Bundesgenossen
verstärkt wurde. Seit dem 2. Punischen Krieg (218-201) teilte man die
Legion in zehn Kohorten zu insgesamt 30 Manipeln ein. Die Schlachtordnung
der Legion wurde in drei Linien zu je 10 Manipeln formiert, wobei ein
Manipel aus zwölf Reihen bestand, die zehn Glieder tief gestaffelt waren.
Die Heeresreform des Marius (105 v. Chr.) führte zu einer Umwandlung des
römischen Milizheeres in eine Armee von freiwilligen Berufskriegern. Je
drei Manipel wurden zu Kohorten (600 Mann) vereinigt, die in zwei Linien
zu je fünf Kolonnen Aufstellung nahmen. Die Kohorte wurde statt des Manipels
zur taktischen Einheit der Legion. Unter Cäsar betrug die zahlenmäßige
Stärke der Legion 3000 bis 4000 Mann, dazu kamen je Legion 2000 bis 3000
Reiter und in seiner Armee noch 4000 bis 5000 Reiter aus gallischen Stämmen.
Unter Augustus wurde die Organisation der Legion erneut verändert. Ihre
Stärke betrug jetzt 6100 Mann Fußvolk und 726 Reiter, dazu kamen leichte
Truppen und Hilfstruppen. Diese Hilfstruppen wurden aus den Provinzen
oder Nachbarstaaten angeworben und stellten nach und nach fast völlig
die Reiterei und das leichte Fußvolk. Seit Konstantin I sind sie die Fußtruppen
des Feldheeres. Die römische Armee bestand zu Beginn der Regierungszeit
des Augustus aus 75 Legionen mit etwa 300000 bis 350000 Mann Gesamtstärke.
Am Ende seiner Regierungszeit waren es 25 Legionen. Die römischen Truppen
wurden von ihm zu einem regulär stehenden Heer umgelbildet. Nach Vegetius
bestand die römische Legion der Kaiserzeit aus zehn Kohorten, deren erste
1105 Mann Fußvolk und 132 Reiter umfaßte. Die übrigen Kohorten hatten
je 550 Mann Fußvolk und je 66 Reiter, jede Kohorte fünf Centurien, somit
insgesamt 50 Centurien mit 6095 Mann Fußvolk und 726 Reitern, dazu kamen
die leichtbewaffneten Hilfstruppen. Die Legion besaß ferner zehn Onagri
und 55 Karroballisten, dazu umfangreiches Kriegsmaterial aller Art, und
verfügte über Waffenwerkstätten. Während in der Zeit der römischen Republik
die einzelnen Legionen nummeriert wurden, erhielten sie seit dem Ende
dieser Epoche Beinamen, die entweder die Herkunft (z.B. Pontica, Cilica)
bezeichneten, oder Ehrennamen (z.B. Martia) u.ä. (z.B. Alauda, nach den
Federbüschen auf dem Helm der gallischen Legion Cäsars) darstellten. Zu
jeder Legion gehörte "Feldartillerie" (Katapulte). Der das Lagerzubehör
und anderes Gerät mitführende Troß war recht umfangreich. In der Kaiserzeit
bestand das römische Heer aus vier unterschiedlichen Teilen: kaiserliche
Leibgarden und Sicherheitstruppen der Stadt Rom, Legionen, Hilfstruppen
und die Flotte. Die Sicherheitstruppen Roms bestanden aus den Cohortes
urbanes (Stadtsoldaten) und den Cohortes vigilum (Nachtwachen).
Das römische Lager
(castrum) war gesichert durch Wall (ager), Graben (fossa) und Palisaden
(valli). Es war zu höchster Vollkommenheit entwickelt. Die Lagerzugänge
waren durch künstlicher Hindernisse wie Wolfsgräben gedeckt. Während die
Römer in der Zeit der frühen Republik militärische Lager meist nur für
einen oder wenige Tage errichteten, kam es später zu einer Trennung zwischen
Marsch- bzw. (Sommer-) und Standlagern, zu denen Wohn-, Krankenhäuser
(valetudinarien), Bäder, Tempel u.ä. gehörten. Eine großes Standlager
war z.B. Xanten (Castra Vetera), das am besten erhalene Lambaesis (Algerien),
ferner die Saalburg. In der Umgebung der römischen Soldatenlager nördlich
der Alpen entwickelten sich zuerst Lagerdörfer (vici) und später unter
Umständen auch Städte. Polybios gibt als Grundschema des römischen Militärlagers
ein Quadrat von etwa 660 m Seitenlänge an. In der Frontmitte war die Porta
praetoria, gegenüber die Porta decumana, auf den Seiten befanden sich
die Portae principales, verbunden durch die entsprechenden Hauptstraßen.
Do führte die Via praetoria zum Praetorium und wurde davor von der Via
principalis durchkreuzt. Die Prätorianer hatten ihr eigenes Lager, die
Castra praetoria, das unter ihrem Präfekten Sejan während der Regierungszeit
des Tiberius (14 bis 37 n. Chr.) in Rom errichtet worden war.
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