Gegeißelter Heiland in der Wies

Gegeißelter Heiland in der Wies

In: Grenzenlos – Geschichte der Menschen am Inn. Katalog zur ersten Bayerisch-Oberösterreichischen Landesausstellung 2004, Asbach – Passau – Reichersberg – Schärding, 23. April bis 2. November 2004. Herausgegeben von Egon Boshof, Max Brunner und Elisabeth Vavra. – Regensburg: Pustet 2004. 506.4°. Illustr., Karten, Graph. Darstellungen. Objekt-Nr.: 9.4.12, S. 484.

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Gegeißelter Heiland in der Wies

© Peter Böttcher, Allhartsberg

Zu den jüngsten, aber erfolgreichsten Wallfahrten Bayerns zählt die zum Gegeißelten Heiland in der Wies. Für die Karfreitagsprozession des Prämonstratenser-Klosters Steingaden im Jahr 1730 wurde ein Heiland an der Geißelsäule als Tragefigur geformt. Allerdings war sie nicht wohl gelungen und wurde daher 1734 wieder ausgeschieden und deponiert. 1738 erbat sich diese Figur eine Bäuerin aus der Umgebung; am 14. Juni ereignete sich dann das Wunder: der Gegeißelte weinte. Das Mirakel wurde für echt befunden, und im Jahr danach errichtete man eine offene Feldkapelle. Schon 1744 kamen Wallfahrer nicht nur aus Bayern, sondern auch aus Tirol und Böhmen. 1746 wurde der Grundstein zum Bau einer Wallfahrtskirche gelegt, 1749 der Chor geweiht und das Gnadenbild auf den unteren Chor übertragen. 1754 fand die Schlussweihe statt. Das Werk der Brüder Zimmermann wurde zum Inbegriff bayrischen Rokokos.


Elisabeth Vavra