Miniaturdenkmal: Fürstbischof Thomas Graf von Thun-Hohenstein

Miniaturdenkmal: Fürstbischof Thomas Graf von Thun-Hohenstein

In: Grenzenlos – Geschichte der Menschen am Inn. Katalog zur ersten Bayerisch-Oberösterreichischen Landesausstellung 2004, Asbach – Passau – Reichersberg – Schärding, 23. April bis 2. November 2004. Herausgegeben von Egon Boshof, Max Brunner und Elisabeth Vavra. – Regensburg: Pustet 2004. 506.4°. Illustr., Karten, Graph. Darstellungen. Objekt-Nr.: 3.1.12, S. 252.

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Leihgeber: Diözesansammlung Passau (Deutschland), P 125
Miniaturdenkmal: Fürstbischof Thomas Graf von Thun-Hohenstein

© Oberhausmuseum Passau (Foto-Atelier Kaps, Passau)


Christian Jorhan der Jüngere, 1796
Marmor (Büste), Holz (Denkmal), Gips (Genius), gefasst, Höhe 85 cm, Breite 38 cm, Tiefe 30 cm

Während der Regierungszeit von Fürstbischof Firmians widmete sich Weihbischof Thomas Johann Nepomuk Kaspar von Thun-Hohenstein der Verwaltungs-, Finanz- und Wirtschaftspolitik des Hochstifts. Im hohen Alter überließ Firmian Weihbischof Thomas die politischen Geschäfte fast gänzlich. Als er nach dem Tod Firmians gegen Joseph Franz von Auersperg zum Fürstbischof in der Bischofswahl unterlag, zog er sich als Führer des konservativen Lagers im Domkapitel zurück.
Am 4. November 1795 aber wurde er vom Domkapitel als Nachfolger Auerspergs auf den Thron des Passauer Fürstbischofs gewählt. Schnell versuchte er Akzente zu setzen: Er betrieb den Ausbau der Brauerei Hacklberg, förderte die Holztrift auf der Ilz und belebte die Passauer Porzellanmanufaktur. Nach nur 11 Monaten und 4 Tagen Regierungszeit aber starb er an den Folgen eines Reitunfalls.


Roland Pongratz


Literatur: August LEIDL, Die Bischöfe von Passau 739 bis 1968 in Kurzbiographien (= Neue Veröffentlichungen des Instituts für Ostbairische Heimatforschung 38, Passau 1978), S. 154-156. – Franz MADER, Thomas Johann Nepomuk Kaspar Reichsgraf von Thun-Hohenstein, der vorletzte Passauer Fürstbischof. In: Ostbairischc Grenzmarken 38 (1996), S. 135-148. – Joseph SCHÖLLER, Die Bischöfe von Passau und ihre Zeitereignisse von der Gründung des Bisthums Lorch im ersten christlichen Jahrhundert, dessen Transferirung nach Passau im Jahre 737, Erhebung zu einem weltlichen Fürstenthume im Jahre 999, bis zu der im Jahre 1803 erfolgten Säkularisation (Passau 1844), S. 263.