Herzbegräbnis des Passauer Bischofs Sebastian Graf von Pötting

Herzbegräbnis des Passauer Bischofs Sebastian Graf von Pötting

In: Grenzenlos – Geschichte der Menschen am Inn. Katalog zur ersten Bayerisch-Oberösterreichischen Landesausstellung 2004, Asbach – Passau – Reichersberg – Schärding, 23. April bis 2. November 2004. Herausgegeben von Egon Boshof, Max Brunner und Elisabeth Vavra. – Regensburg: Pustet 2004. 506.4°. Illustr., Karten, Graph. Darstellungen. Objekt-Nr.: 2.2.7.5, S. 247.

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Leihgeber: Germanisches Nationalmuseum (Nürnberg, Deutschland), KG 1291
Herzbegräbnis des Passauer Bischofs Sebastian Graf von Pötting

© Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg


1689
Messing, gegossen, vergoldet, graviert,
Höhe 9,5 cm, Breite 17,5 cm, Länge 22,0 cm
S[ebastianus] D[ei] G[ratia] E[piscopus] P[assaviensis] S[acrae] R[omanae] I[mperii] P[rinceps] Q[ue] S[acrae] C[aesarea] M[ajestatis] A[d] C[omitiam] R[atisbonensem] P[lenipotentarius] E[t] C[ommissarius] P[rincipalis] C[omes] D[e] P[ötting] E[t] B[urggravius] H[aereditarius] I[n] L[ienz]

Sebastian Graf von Pötting (1628-1689), Johann Ph. von Lamberg, wie auch Joseph Dominikus von Lamberg ließen ein Herzbegräbnis vornehmen. Nach der Entnahme ihrer Eingeweide fanden sie ihre letzte Ruhestätte im Dom zu Passau. Der Brauch der getrennten Herzbestattung war in der Barockzeit bei den Habsburgern (ab 1618) und den Wittelsbachern (ab 1651) die Regel. Die Herzen wurden an einem sakralen Ort bestattet, dem sich der Verstorbene in seinem Leben verbunden fühlte - ein Ausdruck besonderer Frömmigkeit. Das Herz vom Johann Ph. und Joseph Dominikus von Lamberg wurden beim Altar in Maria Hilf zu Passau beigesetzt, wo sie noch immer verwahrt werden.


Petra Gruber


Literatur: Von teutscher Not zu höfischer Pracht, 1648-1701. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, 2. April bis 16. August 1998. Herausgegeben von G. Ulrich Großmann (Köln 1998), S. 193f.