Ladislaus Esterházy (1626-1652)

Ladislaus Esterházy (1626-1652)

In: Bollwerk Forchtenstein. Burgenländische Landesausstellung 1993 auf Burg Forchtenstein vom 15. Mai bis 31. Oktober 1993. Herausgegeben vom Amt der Burgenländischen Landesregierung, Abteilung XII/2 – Landesarchiv und -bibliothek. Katalog. Redigiert von Jakob M. Perschy. Burgenländische Forschungen. Sonderband 11. – Eisenstadt: Amt der Burgenl. Landesregierung, Abteilung XII-2, Landesarchiv und -bibliothek 1993. 275. 4°. Bibl., Illustr., Karten, Graph. Darstellungen, Stammtafeln. Objekt-Nr.: VIII, 4, S. 212–213. Abbildung S. 240 ff..

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Leihgeber: Fürstlich Esterházy'sche Sammlungen, Burg Forchtenstein (Burgenland)
Ladislaus Esterházy (1626-1652)

© Fürstlich Esterházy'sche Sammlungen, Burg Forchtenstein (Burgenland)


Ölbild. Möglicherweise von Veith Kissler, Hofmaler von Paul Esterházy, nach 1670 gemalt. 218 x 112 cm
Inschrift:
ILLVSTRISSIMUS DONVS COMES LADISLAVS ESTERHAS DE GALANTA. PERPETVVS DE FRAKNO. "EQVES AVRATVS COTTVS SOPRONIEN. SUPREM COMES SACRE CAE". "SAR. REGIEQ MATTIS CONSILLIAR" CAMERARIVS. AC PRAE SIDII: PA: PENSIS SUPREMVS; CAPITANEVS OCCISVS a TURCIS IN PRAELIO AT NAGY Vezekeny 1652 AEtatis Suae 26
Ladislaus (László) Esterházy
geboren 1. I. 1626 in Wien
gestorben 26. VIII. 1652 bei Nagy-Vezekény

Er war der zweitälteste Sohn von Palatin Nikolaus Esterházy, aus dessen zweiter Ehe mit Christine Nyary. Seine Kindheit verbrachte er auf den westungarischen Gütern seines Vaters und in Wien. Da sein älterer Bruder Stephan 1641 überraschend starb, wurde er mit 15 Jahren von seinem Vater in die Mitverantwortung der Verwaltung des damals bereits beachtlich großen Familienbesitzes eingebunden und vier Jahre später mit dem Tod von Nikolaus "Chef der Familie", da seine jüngeren Brüder noch minderjährig waren und er auch deren Vormundschaft übernehmen mußte. Noch zu Lebzeiten seines damals bereits an schwerer Gicht leidenden Vaters begann er mit Wirtschaftsreformen auf den Familiengütern, die einem "modernen" kommerziellen Denken verpflichtet waren und später tatsächlich den Ertrag derselben wesentlich steigerten.
Schließlich gelang es ihm 1647, die Reinkorporierung der Herrschaften Eisenstadt und Forchtenstein nach Ungarn abzuschließen und Ansprüchen seines Schwagers Franz Nadasdy, der glaubte, den jungen Mann in der Herrschaft Eisenstadt von seinem Erbe verdrängen zu können, erfolgreich abzuwehren. Die Herrschaft Eisenstadt wurde nun zum Kernbesitz der Gräflich-Esterházyschen Linie, wobei Ladislaus nicht verhindern konnte, daß Eisenstadt selbst als Königliche Freistadt Selbständigkeit erlangte.
Auch politische Funktionen übernahm Ladislaus früh. So wurde er 1645 als Nachfolger seines Vaters Obergespan des Komitates Ödenburg und Mitglied des Ungarischen Reichstages. Bei der Krönung König Ferdinand III. am 16. Juni 1647 wurde er zum Ritter vom Goldenen Sporn geschlagen und ein Jahr später zum Königlichen Kämmerer und Oberkapitän von Pápa ernannt.
Seine Ehe mit Maria Eleonora Batthyány (1633-1654), der Tochter Adam Batthyánys, die im Februar 1650 in Rechnitz geschlossen wurde, eröffnete ihm weiteren gesellschaftlichen und politischen Einfluß. Die Früchte dieser Hochzeit konnte aber "der schöne Graf", wie Ladislaus im Volksmund genannt wurde, ebensowenig genießen, wie auch jene des Aufschwungs seiner Besitzungen, denn schon 1651 wurde er gegen die Türken zu den Waffen gerufen und war im August desselben Jahres beim Streifzug gegen Segesd im Hinterland von Nagy-Kanizsa dabei. Schon ein weiteres Jahr später fiel er in der unglücklichen Schlacht bei Vezekény in Oberungarn am 26. August 1652. Er wurde neben seinem Vater in der Jesuitenkirche von Tyrnau begraben.



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