Habanerhumpen mit Burg Forchtenstein, 1641

Habanerhumpen mit Burg Forchtenstein, 1641

In: Bollwerk Forchtenstein. Burgenländische Landesausstellung 1993 auf Burg Forchtenstein vom 15. Mai bis 31. Oktober 1993. Herausgegeben vom Amt der Burgenländischen Landesregierung, Abteilung XII/2 – Landesarchiv und -bibliothek. Katalog. Redigiert von Jakob M. Perschy. Burgenländische Forschungen. Sonderband 11. – Eisenstadt: Amt der Burgenl. Landesregierung, Abteilung XII-2, Landesarchiv und -bibliothek 1993. 275. 4°. Bibl., Illustr., Karten, Graph. Darstellungen, Stammtafeln. Objekt-Nr.: I, 1, S. 148. Abbildung S. 137.

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Leihgeber: Privatbesitz
Habanerhumpen mit Burg Forchtenstein, 1641

© Privatbesitz


Nachbildung des ehedem in einer Prager Privatsammlung befindlichen, heute verschollenen Originals

Die in Mangan gehaltene, mit 1641 datierte älteste Darstellung der Burg auf dem Weißhafner-Gefäß ist durch die Aufschrift "Forchtenstein" auf der Fahne eindeutig dem damals gerade erst fertiggestellten Neu- bzw. Umbau Forchtensteins durch den Wiener Baumeister italienischer Herkunft Simone Retacco zuzuordnen. Wahrscheinlich gehörte der herstellende Hafner (Andre Gschiechl ?) zu den "brüderischen" Handwerkern, die in Mattersburg in einer christlichen Hauskommune ("Brüderhof") wohnten, zu der auch der Forchtensteiner Hofzimmermann Georg Peyker zählte. Die wiedertäuferischen Handwerker dürften aus den nordungarischen (heute slowakischen) Besitzungen, welche durch Christina Nyáry, zweite Gemahlin des Palatins Nikolaus Esterházy, in den esterházyschen Besitz gelangt waren, von Esterházy für den Neubau der Burg und ihre Ausstattung berufen worden sein.


Harald Prickler


Literatur: Béla KRISZTINKOVICH, Habán emlékek Sopronban és környékén. – Soproni Szemle XIV (1960), S. 221 ff. – Harald PRICKLER, Brüderische Handwerker und Bruderhöfe. Zur Geschichte der Wiedertäufer im Burgenland. – Burgenländische Forschungen SB. VII: Burgenland in seiner pannonischen Umwelt (Eisenstadt 1984), S. 297ff.