Teile des Grabmals von Roberto da Sanseverino

Teile des Grabmals von Roberto da Sanseverino

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 3-3-7, S. 513. Abbildung S. 476.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen


Leihgeber: Kathedrale San Vigilio Trient (Italien), südliches Querschiff
Teile des Grabmals von Roberto da Sanseverino

© Zotta Gianni, Trient


1493
Roter Ammonitstein aus Trient, 365 x 120 cm
Lux Maurus (Kempten, um 1465 - bekannt bis 1527)

Über den gesamten Rand der Grabplatte steht in gotischen Lettern geschrieben: "Nach Christi gepurd MCDLXXXVII iar an sand/laurentzii tag hat überwundn der durchleuchtig furst ertzhertzog sigmund von Osterreich die/venediger und jr haubtman senior robert ligt hie/begraben dem got genaddeig sey" .
Zu dem Gesamtwerk gehören die Kopfteile und die Grabplatte, die auf Maximilians Geheiß den Katafalk mit dem Sarg unter der hölzernen Reitergruppe mit dem Harnisch des Sanseverino ersetzte, der unmittelbar nach dem Sieg im Dom errichtet wurde und den Sadoleto nur wenige Tage nach dem Vorfall beschrieb (vgl. meinen einleitenden Text). Dieser verglich es mit so illustren Beispielen wie Hauptmann Paolo Savelli in S. Maria Gloriosa dei Frari (Venedig), Colleoni in der gleichnamigen bergamaskischen Kappelle und der Deutsche Sixtus Frei, Einwohner und "civis" von Trient. Die vertikale Anordnung der Sarkophagfragmente kann mit der Rückgabe des Leichnams an die Söhne zusammenhängen, veranlasst durch Maximilian, der das Monument rein als Denkmal verstand: davon klingt bereits in Mariani etwas an. Von der Grabplatte erhebt sich die bewaffnete Figur in streng gotischem Verismus (man achte auf die Details des Harnisches); das obere Kopfteil trägt die Wappen Österreichs, Tirols, Trients, des geistlichen Fürstentums Trient und Ulrich Frundsbergs, der zur Zeit der Schlacht im Amt war; die untere lateinische Grabinschrift in gotischen Lettern lautet: "Italiae victor severina stirpe robertus/Sigismundum australem sensit in arma ducem/Ter proceres veneti bello petiere Tridentum/Ter victi, hic victus ecce Robertis adest".


Bruno Passamani


Literatur: Gianfranco BORTOLOTTI, Sisto Frei scultore (notizie 1500-1515). In: Arte Veneta 41 (1987), S. 176-184.