Insignien der in Calliano kämpfenden Ritter

Insignien der in Calliano kämpfenden Ritter

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 3-3-4, S. 512–513. Abbildung S. 473.

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Leihgeber: Museo Civico Trient (Italien), Depot Castel Buonconsiglio. Monumenti e collezioni provinciali
Insignien der in Calliano kämpfenden Ritter

© Museo Civico Trient


17. Jahrhundert
Öl auf Leinwand, 68 x 394 cm (oben), 428 cm (unten)
Öl auf Leinwand, 68 x 464 cm
Maler aus dem Trienter/Tiroler Raum

Die Wappenreihe verweist auf eine Art Gedenken zu Ehren der in Calliano kämpfenden Deutschen, wie aus dem Vergleich mit den Kopien von Custos, Ende des 16. Jahrhunderts hervorgeht, die sich heute in der British Library befinden. Burglechner (Tiroler Chronik, 1620, in Trapp 1965) bestätigt allerdings, dass sich die in St. Peter ausgestellten Wappen auf einer Tafel befanden ("in einer langen hölzernen Tafel"), woraus abzuleiten ist, dass es sich bei diesen Gemälden um Kopien handelt. Von Trentini beschreibt sie in der Kappelle der Heiligen Barbara, wo sie gemeinsam mit einer Tafel des Heiligen Lorenz an Holzgittern hingen, auf den die nächste Bildbeschreibung zutrifft. In den letzten 30 Jahren des 19. Jahrhunderts wurden von diesen drei, von den Barmherzigen Brüdern verwahrten Stücken, die beiden Leinwände dem Museo Civico übergeben, während der Heilige Lorenz abhanden kam. Die ungleichen Längen des ersten Ölgemäldes erklären sich durch das Gewölbe am Ort ihrer Aufhängung, an das von Trentini erinnert. Trotz der gotisch anmutenden Heraldik datieren die Wappen aus einer späteren Stilepoche: Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sie auf das Jahr 1652 zurückgehen, das Datum einer Restaurierung, die in der Tafel mit dem Heiligen Lorenz angegeben ist. Unter jeder der 38 Waffen steht der dazugehörige Name in gotischen Lettern. Aus den teilweise verblassten Buchstaben hat Trapp die philologisch trefflichste aller Interpretation geliefert, indem er daraus ableitete, dass kaum mehr als ein Viertel der Ritter Tiroler waren, während der Rest aus angrenzenden oder weiter entfernten Gebieten kam.


Bruno Passamani


Literatur: Michelangelo LUPO, Gli altari del Duomo nelle fonti documentarie e iconografiche. In: Il Duomo. Hrsg. von E. Castelnuovo. Bd. II: Temi (Trient 1993), S. 286. – Gottfried PRIMISSER, Der Venezianische Krieg unter dem Erzherzog Sigmund Grafen zu Tirol 1487. In: Der Sammler für Geschichte und Statistik von Tirol 2 (1806), S. 252. – Gino ONESTINGHEL,La Guerra tra Sigismondo conte del Tirolo e la repubblica di Venezia nel 1487. In: Tridentum 9 (1906), S. 218-219. – Oswald TRAPP, Erinnerungsstücke an die Schlacht bei Calliano 1487. In: Der Schlern 39 (1965), S. 11-12.