Pacificale

Pacificale

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 2-21-7, S. 410. Abbildung S. 296.

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Leihgeber: Domschatz Brixen (Südtirol)
Pacificale

© Tappeiner AG, Lana


Ende 15. Jahrhundert
Silber, vergoldet, Perlen- und Edelsteinbesatz, 32,3 x 11 cm

Sechspassiger Fuß mit durchbrochenem, architektonisch gestaltetem Nodus am polygonalen Schaft. Die runde Theca, die die Reliquien beinhaltete, ist mit applizierten Reliefs verziert. An der einen Seite findet sich eine Kreuzigungsgruppe, an der Rückseite eine von einem Engel gehaltene Vera Ikon. Auf der Reliquienkapsel befindet sich ein mit Perlen und Edelsteinen verziertes Kreuz mit Dreipassenden, dessen Oberfläche mit feinen Ranken in Punktzier versehen ist. An der Rückseite öffnet sich ein kreuzförmiger Deckel mit einer gravierten Mariendarstellung (Mondsichelmadonna mit Weihrauch spendenden Engeln) zum Reliquiengehäuse.
Die in der Theca gehaltene Reliquie stammt vom Leichnam des Heiligen Erhard. Eine barocke Inschrift erinnert daran, dass es im 17. Jahrhundert (in der Amtszeit des Fürstbischof Khuen) zu einem Austausch kam. Das Pacificale wurde im Mittelalter beim Friedensgruß von den Gläubigen geküsst. Es kam als Stiftung des Domherrn Gregor Angerer in den Domschatz.


Leo Andergassen