Monstranz

Monstranz

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 2-21-2, S. 409. Abbildung S. 294.

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Leihgeber: Pfarrkirche St. Quiricus und Julitta (Tramin an der Weinstraße, Südtirol)
Monstranz

© Rotter Josef, Bozen


1487
Meister Christoph von Brixen
Silber, getrieben und vergoldet, Höhe 81,5 cm, Durchmesser 10 cm

Meister Christoph von Brixen hat am Nodusring inschriftlich seine Autorschaft bezeugt: "hoc opus kristofer aurifaber brixinen. Mcccc87 complevit". An dem sechspassigen flachen Fuß sind die plastisch ausgebildeten Evangelistensymbole befestigt; der Matthäusengel hält einen Spangenhelm. Der Markuslöwe krallt sich an einem Schild fest, der nach der Vorlage des Meisters E. S. die arma Christi, die Leidenswerkzeuge, präsentiert. Seitlich des Scheibengehäuses sind zwischen den Streben und Fialen Heiligenfigürchen untergebracht: Florian und Georg sowie zwei Propheten. Über dem Hostiengehäuse steht der Schmerzensmann, darüber die Kirchenpatrone Tramins Quiricus und Julitta (Sancta Julita ora pro nobis). Oben findet man ein Kruzifixus; die Schächer hingegen sind auf der Ebene der Julitta präsentiert. Als Stifter der Monstranz kommt der aus Tramin gebürtige Priester Matthäus Mayrl in Frage. Dieser hatte 1471 in Wien studiert und in der Folgezeit als Kaplan in Brixen und Pfarrer von St. Lorenzen gearbeitet. Am Brixner Klarissenkloster gründete er die Annenbruderschaft, in Tramin 1509 das Annenbenefizium. Seine Kontakte zu Brixen haben den Auftrag für den besten Goldschmied in der Stadt zustande kommen lassen.


Leo Andergassen


Literatur: Josef RINGLER, Meister Christoph von Brixen, der Schöpfer der gotischen Monstranzen von Tramin und Lüsen. In: Der Schlern 1953, S. 267-269. – Roland ZWERGER, Sakrale Kunst und Kirchengeschichte von Tramin (Bozen 1992), S. 69f.