Geburt Mariens

Geburt Mariens

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 2-19-1, S. 395. Abbildung S. 286.

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Leihgeber: Diözesanmuseum Brixen (Südtirol)
Geburt Mariens

© Tappeiner AG, Lana


1520
Sebastian Scheel
Tempera auf Holz, 75,7 x 55 cm

Indem der Maler eine Seite des Baldachinvorhangs öffnet, führt er den Betrachter gleichsam in die Intimität einer heiligen und zugleich menschlichen Szene. Der Künstler wollte die heilige Darstellung mit der Alltäglichkeit seiner Zeit, der Atmosphäre der Wohnstuben, der Möbel, der Einrichtung und der Gerätschaften erfüllen. Ein Ausschnitt des Tiroler Lebens zwischen Sitztruhen, Krügen und Zinntellern sowie den blau-weiß karierten Stoffen der Kopfkissenbezüge, die in der lokalen Kunst dieser Zeit in sakralen Ikonographien häufig als Ausdruck der Intimität eines Hauses oder einer Schlafkammer zu finden sind. Die Hebamme mit der kleinen Maria in den Händen nähert sich, um das Neugeborene zu waschen: Der Bottich befindet sich zu ihren Füssen und das Handtuch liegt bereits auf ihren Knien bereit, während an ihrem Gürtel ein schwerer Beutel und zahlreiche Schlüssel baumeln. Geradezu liebevoll erscheint die Pflege der Anna, die sich gerade von der Geburt erholt.


Rosanna Pruccoli