Das Narrenschiff

Das Narrenschiff

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 2-17-8, S. 380.

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Leihgeber: Germanisches Nationalmuseum (Nürnberg, Deutschland), Inc. 627
Das Narrenschiff

© Diözesanmuseum Brixen (Südtirol)


1494
Holzschnitt Nr. 82 von Albrecht Dürer
Autor des Buches: Sebastian Brant, Basel 1494
Reproduktion

Einer der größten Erfolge der deutschen Literatur dieser Zeit, das Narrenschiff von Sebastian Brant, das im Fasching 1494 in Basel veröffentlicht wurde, macht den Bauern dagegen zur Symbolfigur jener Gesellschaftsklassen, welche die ihnen gesetzten Grenzen zu überwinden suchten. Der den Text illustrierende Holzschnitt zeigt eine alte Bäuerin, die im Geschmack der Zeit kostbar ausstaffiert ist (Kette, Puffärmel, spitze Schuhe), mit den Eselsohren des Narren, der versucht, die Eisenvorrichtung, mit der die Holzfäller die Baumstämme über dem Boden lagern, in einen Sack zu packen. "Er muss da hinein", rezitiert das Schriftband: aber, so wie es unmöglich ist, dass das Werkzeug in den Sack passt, ohne ihn zu zerreißen, so unmöglich ist es auch, dass der Bauer ohne unangenehme Folgen eine Welt betritt, die nicht die seine ist.


Giorgio Politi