Jüngstes Gericht mit Bauerndarstellung

Jüngstes Gericht mit Bauerndarstellung

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 2-17-1, S. 379. Abbildung S. 276.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen


Leihgeber: Pfarrkirche St. Johann (Kortsch, Südtirol)
Jüngstes Gericht mit Bauerndarstellung

© Rotter Josef, Bozen


1510/1515
Umkreis Hans Schnatterpeck
235 x 125 x 38 cm

Die Rückseite des Flügelaltars aus dem Bauernheiligtum St. Ägydius oberhalb von Kortsch zeigt das Jüngste Gericht. Ein Bauer, der gerade mit der Kornarbeit beschäftigt ist, wird von einem Teufel gepackt, um in die Hölle geschleppt zu werden. Das Bild geht auf das Motiv des reichen Bauern zurück, der sich den Himmel nicht verdient.
Im Schrein flankieren die Heiligen Ägydius und Dorothea die Madonna; an den Flügelinnenseiten werden die Bauernheiligen Jakobus und Wendelin dargestellt. An den Außenseiten findet man eine Darstellung der Verkündigung. Die Predellentüren zeigen außen die Pestpatrone Sebastian und Rochus, innen Georg und Florian. Das Gesprenge nimmt wie an zahlreichen anderen Altären die Kreuzigungsgruppe auf. Egg hat den Altar der Werkstatt des Malers Thomas Sumer und des Schnitzers Bernhard Härpfer zugewiesen; eine Parallele findet er im Altärchen von Tabland.


Leo Andergassen


Literatur: Erich Egg, Spätgotik in Tirol. Die Flügelaltäre (Innsbruck 1985), S. 296.