Reliquienbüste der heiligen Agnes

Reliquienbüste der heiligen Agnes

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 2-16-9, S. 375. Abbildung S. 272.

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Leihgeber: Domschatz Brixen (Südtirol)
Reliquienbüste der heiligen Agnes

© Walder Hubert, Brixen


Um 1490
Valentin Schauer, Hans Klocker, Christoph von Brixen
Silber, getrieben und vergoldet, Perlen- und Edelsteinbesatz, 50,5 x 43 x 41 cm

Das in Form einer Büste gestaltete Reliquiar ist auf einer sechseckigen Sockelplatte montiert, die auf sechs Kugeln aufsitzt. Die Sockelkehlung umläuft ein plastisches Blumenrankenband, in das eine Jagdszene eingearbeitet ist. Durch die Brustöffnung ist die Reliquie sichtbar, die 1048 über Papst Damasus II., vormals Bischof Poppo von Brixen, hierher gelangte.
Die Büste ist eine Arbeit des Brixner Goldschmieds Valentin Schauer, der Entwurf stammt von dem Bildschnitzer Hans Klocker. Die Krone und das Rankenornament am Sockel fügte Meister Christoph 1495 hinzu. Das als Halsgehänge applizierte emaillierte Osterlamm schenkte Kardinal Kaspar Matthäus 1643 der Domkirche. Zusammen mit der 1503 durch Hans Crinis gefertigten Albuinbüste markiert sie den kostbarsten spätgotischen Reliquienschatz.


Leo Andergassen


Literatur: Josef RINGLER, Meister Christoph von Brixen, der Schöpfer der gotischen Monstranzen von Tramin und Lüsen. In: Der Schlern 1953, S. 267-269. – Josef RINGLER, Meisterwerke spätgotischer Goldschmiedekunst in Südtirol. In: Der Schlern 1966. – Karl WOLFSGRUBER, Dom und Kreuzgang von Brixen. Geschichte und Kunst (Bozen 1988), S. 21.