Kettenbuch (Liber catenatus)

Kettenbuch (Liber catenatus)

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 2-11-1, S. 357.

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Leihgeber: Prämonstratenserstift Wilten (Innsbruck, Tirol), Stiftsbibliothek, 32 02 13
Kettenbuch (Liber catenatus)

© Foto Frischauf, Innsbruck


1452
Lateinische Predigten, Nikolaus von Dinkelsbühl
30 x 21 cm

In den mittelalterlichen Bibliotheken, besonders den Klosterbibliotheken, waren die zum täglichen Gebrauch bestimmten Bücher in der Regel mit Ketten an den Lesepulten angebunden und mit Schlössern gesichert. Diese libri catenati blieben auch bei der Lektüre und Konsultation auf den Pulttischen liegen, was der Ordnung, aber auch dem Schutz vor Entwendung diente. Die Kette lief am einen Ende an einer Stange, am anderen Ende war sie am oberen Rand des hölzernen Rückendeckels des Buchs befestigt. Als man dazu überging, die Bücher in Regalen aufzustellen, wurden Ketten und Beschläge entfernt, um eine Beschädigung der Einbände zu vermeiden. Noch heute kann man an den Lochbohrungen viele ehemalige libri catenati in den Klosterbibliotheken Tirols identifizieren. Buchexemplare mit erhaltener Kette sind hingegen sehr selten.


Johannes Andresen