Jakob Fugger der Reiche

Jakob Fugger der Reiche

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 2-8-1, S. 344.

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Leihgeber: Privatbesitz
Jakob Fugger der Reiche

© AKG Berlin


1459-1525
Büste, Holz, 65 x 37 x 73 cm
Moderne Kopie einer Büste von Adolf Daucher und Mitarbeiter, 1512-1517

Der Augsburger Kaufmann in einer ungewohnten Darstellung als "Feldherr mit Schwertgriff", wobei "die Ähnlichkeit seiner Gesichtszüge mit den gesicherten Bildnissen Jakob Fuggers nicht bestritten werden kann" (Bushart). Die Originalbüste stand ursprünglich im Chorgestühl der Fuggerkapelle bei St. Anna in Augsburg, die Fugger als repräsentative Grablege ausgestalten ließ. Es handelte sich um je acht weibliche und männliche Figuren aus dem Alten Testament. Das Programm selbst konnte bis heute nicht entschlüsselt werden. Lediglich Fugger als einer von drei Feldherrn und der kaiserliche Rat Kunz von der Rosen (als Hohepriester) sind erkennbar.
Nach dem Abbruch des Chorgestühls (1832) befanden sich die Büsten in der Sammlung Minutolli in Liegnitz. Von dort gelangten 15 der 16 Büsten zwischen 1848 und 1859 in die Berliner Staatlichen Sammlungen, zwölf davon fielen 1945 den Flammen zum Opfer, darunter die Büste Jakob Fuggers. Bei dem Ausstellungsstück handelt es sich um eine ungefasste Kopie in Originalgröße, die um 1935 angefertigt wurde.


Frank A. Karg


Literatur: Bruno BUSHART, Die Fuggerkapelle bei St. Anna in Augsburg (München 1994). – Philipp Maria HALM, Adolf Daucher und die Fuggerkapelle bei St. Anna in Augsburg (= Studien zur Fugger-Geschichte 6, München u.a. 1921).