Sigmund-Kelch

Sigmund-Kelch

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 2-7-4, S. 338–339. Abbildung S. 254.

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Leihgeber: Erzbischöfliches Ordinariat Freiburg im Breisgau (Deutschland), Münsterschatz
Sigmund-Kelch

© Städtische Mussen Freiburg im Breisgau, Augustinermuseum; Hans Peter Vieser


1480
Innsbrucker Goldschmied (?)
Silber getrieben, graviert und vergoldet, Höhe 18,5 cm, Durchmesser 14,2 cm

Der sechspassige Fuß ist doppelt gestuft und zeigt am Vertikalrand eine senkrecht gestanzte Riefelung. Die Passfelder unterteilen gratige Mittelrippen, den Sechskantschaft zieren gravierte Blüten. Der ovale Nodus ist zwölffach konkav und konvex gegliedert. Der Österreichische Bindenschild und die Inschrift am Fuß lassen den Kelch als Stiftung von Erzherzog Sigmund an das Freiburger Münster (?) sehen (Sigismvndvs Archidvx Avstrie 1480). Von 1558 bis 1490 war Sigmund von Tirol auch Herr der vorderösterreichischen Lande (mit Unterbrechung 1460-1463). Mehrfach hielt er sich in Freiburg auf, so 1474 anlässlich der Verurteilung von Peter Hagenbach. Der von Herzog Sigmund nach St. Sigmund im Pustertal gestiftete Kelch, der am Fuß die Wappen von Österreich, der Steiermark, von Kärnten, Tirol, Krain und Pfirt trägt, wurde später in ein Ziborium umgewandelt. Hofgoldschmied Jörg Rinderbach schuf 1495 einen von Sigmund dem Pfarrer von Flauring, Sigmund Ris, geschenkten Messkelch.


Leo Andergassen


Literatur: Hermann GOMBERT, Der Freiburger Münsterschatz (Freiburg, Basel, Wien 1965). –Der Herzog und sein Taler. Erzherzog Sigmund der Münzreiche. Politik, Münzwesen, Kunst. Katalog der Landesausstellung des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum auf Burg Hasegg in Hall in Tirol, 13. Juni bis 7. September 1986. Red. von Gert Ammann (Innsbruck 1986), S. 140.