Himmelsglobus

Himmelsglobus

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 2-6-6, S. 332. Abbildung S. 252.

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Leihgeber: St. Nikolaus-Hospital Bernkastel-Kues an der Mosel (Deutschland)
Himmelsglobus

© Landesmedienzentrum Rheinland-Pfalz


Ende 13. Jahrhundert/Anfang 14. Jahrhundert
Birkenholz; Leinwand, Leim-Gipslösung, Durchmesser 272 mm, Wandstärke 20 mm
Aus dem Besitz des Nikolaus von Kues

Gemeinsam mit zwei anderen astronomischen Geräten und einigen Handschriften wenigstens teilweise astronomischen Inhalts erwarb Cusanus den Himmelsglobus 1444 auf dem Reichstag in Nürnberg. Er zeigt in feinen, antik anmutenden Tintenzeichnungen die 48 Sternbilder des ptolemäischen Almagest. In die Oberfläche der Kugel gebohrte und mit rotem Lack aufgefüllte Löcher von einem Durchmesser zwischen 0,5 und 2 mm bezeichnen, nach der Lichtintensität differenziert, die einzelnen Sterne. Der Globus könnte wie einige der von Cusanus miterworbenen Handschriften für den böhmischen Königshof in Prag gefertigt worden und in den Wirren der Hussitenkriege über mindestens einen namentlich nicht bekannten Zwischenbesitzer nach Nürnberg gelangt sein.


Marc Aeilko Aris


Literatur: Alois KRCHNÁK, Die Herkunft der astronomischen Handschriften und Instrumente des Nikolaus von Kues. In: Mitteilungen und Forschungsbeiträge der Cusanus-Gesellschaft 3 (1963), S. 109-180. – Johannes F. HARTMANN, Die astronomischen Instrumente des Kardinals Nikolaus Cusanus (= Abhandlungen der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. N.F. 10, Nr. 6, Berlin 1919), S. 28-40; 51-56.