Vertrag zwischen Reinbert von Voitsberg und Bischof Bruno

Vertrag zwischen Reinbert von Voitsberg und Bischof Bruno

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 2-6-4, S. 331.

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Leihgeber: Diözesanarchiv Brixen (Südtirol), OA, U 76
Vertrag zwischen Reinbert von Voitsberg und Bischof Bruno

© Rotter Josef, Bozen


15 Dezember 1277
Brixen, Urkunde, Original, Pergament, 22,5 x 20 cm
7 Siegel, u. a. des Domkapitels Brixen, Graf Meinhards von Tirol und Reinprechts von Voitsberg

In der Urkunde übertragen Reinbert von Voitsberg und dessen Sohn Engelin Bischof Bruno von Brixen zur Wiedergutmachung des der Brixner Kirche zugefügten Schadens die Burg Voitsberg (bei Vahrn) sowie weitere Besitzungen und namentlich genannte Eigenleute. Die Burg wurde damals von Bischof Bruno zerstört und später nie mehr aufgebaut. Die Urkunde belegt eindrucksvoll, wie intensiv Cusanus die Dokumente seines Archivs studierte. Da er als Landesfürst über keine nennenswerten Streitkräfte verfügte, konnte er nur mit "seinen" Waffen kämpfen, den verbrieften Rechten, um mit diesen Übergriffe des Tiroler Landesfürsten und des Adels abzuwehren und Forderungen auf Rückgabe widerrechtlich entfremdeter Besitzungen zu untermauern. Er notierte eigenhändig auf der Rückseite dieser Urkunde, die er auch in seiner Kanzlei abschreiben ließ: "Hic habes aliquos ministeriales ecclesie nominatos, quorum sigilla sunt appensa " (Hier werden eine Reihe Dienstleute der Kirche namentlich genannt, deren Siegel auch anhängen). In mehreren seiner Denkschriften, mit denen er die weltlichen Rechte des Bischofs und Landesfürsten verteidigte, greift er auch auf diese Urkunde von 1277 zurück, da sie unanfechtbare Rechtsansprüche der Brixner Kirche belegt.


Hermann Hallauer


Literatur: Quellen: Die Urkunden der Brixner Hochstifts-Archive 845-1295. Hrsg. von Leo Santifaller (= Brixner Urkunden 1; Schlern-Schriften 15, Innsbruck 1929), S. 205-207, Nr. 217. – Franz Anton SINNACHER, Beyträge zur Geschichte der bischöflichen Kirche Säben und Brixen in Tyrol. Bd. 4 (Brixen 1824), S. 588ff. – Anselm SPARBER, Die Brixener Fürstbischöfe im Mittelalter. Ihr Leben und Wirken kurz dargestellt (Bozen 1968), S. 91f. – Oswald TRAPP, Tiroler Burgenbuch. Bd. 4: Eisacktal (Bozen 1977), S. 14-16.