Nikolaus von Kues als Jurist

Nikolaus von Kues als Jurist

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 2-6-1, S. 330. Abbildung S. 251.

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Leihgeber: Bayerisches Hauptstaatsarchiv München (Deutschland), Geheimes Hausarchiv, Hs 12, folio 6v
Nikolaus von Kues als Jurist

© Bayerisches Hauptstaatsarchiv, München


1426
Winand von Steeg
Handschrift, Pergament, 37,5 x 28cm, folio 6v

Um Rechtsansprüche zu verteidigen, legte man Sammlungen entsprechender Gutachten möglichst prominenter Juristen an. Diese schlossen sich oft bereits vorhandenen Stellungnahmen an, welche allenfalls mit knappen Ergänzungen versehen wurden. In eben dieser Funktion als Gutachter begegnet auch der im Kirchenrecht promovierte Nikolaus von Kues. So in einer Sammlung, die der Pfarrer Winand von Steeg anlegte, um seiner Pfarrkirche im mittelrheinischen Bacharach die beanspruchte Zollfreiheit auf Wein abzusichern. 69 Gutachter, die er dafür gewann, bestätigten das Recht. Es handelte sich dabei vorwiegend um juristische Doktoren, aber auch Theologen der renommierten Universitäten Heidelberg und Köln. Dem Kölner Lehrkörper gehörte damals auch Nikolaus von Kues an, der offensichtlich schon im Alter von 25 Jahren einen guten Ruf genoss. Winand ließ die Gutachten in dieser Handschrift nicht nur kopieren, sondern versah sie mit Bildnissen der Gutachter. Eine solche Bebilderung war im übrigen nicht singulär und ist dem Typ des Autorenbildes zuzuordnen. Wieweit Winand dabei auf individuelle Porträtierung bedacht war, bleibe dahingestellt. Jedenfalls notierte er am Seitenrand zu Nikolaus: iuvenis magnus.


Erich Meuthen


Literatur: Acta Cusana : Quellen zur Lebensgeschichte des Nikolaus von Kues (Hamburg 1976), I 11f., Nr. 33.