Katechismustafel des Nikolaus von Kues

Katechismustafel des Nikolaus von Kues

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 2-5-3, S. 326.

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Leihgeber: Römer-Museum Hildesheim (Deutschland), H 32
Katechismustafel des Nikolaus von Kues

© Römermuseum Hildesheim


1451
Öl auf Holz, 162,5 x 60,5 cm

Der Auftrag des Cusanus, in der Lambertikirche in Hildesheim eine Holztafel anzubringen, die das Vaterunser, das Ave Maria, das Glaubensbekenntnis und die Zehn Gebote in niederdeutscher Sprache beinhaltet, geht auf seine Legationsreise im Juli 1451 zurück. Unbekannt bleibt, ob auch andere Hildesheimer Kirchen solche Tafeln bekamen. Heute ist die Hildesheimer Tafel das einzige Beispiel für eine Anbringung derartiger Tafeln in einem Kirchenraum. Anzunehmen bleibt, dass es derartige Tafeln auch in Tiroler Kirchen gegeben haben muss. Eine Predigt zum Vaterunser hatte Cusanus 1455 in Brixen in lateinischer Sprache gehalten, zuvor sind solche für Augsburg und Wien bezeugt. In St. Zeno in Reichenhall sind zwei steinerne Tafeln mit Gebetstexten von 1521 erhalten. Diese sollten ältere Holztafeln, die vermutlich beim Kirchenbrand 1512 verloren gingen ersetzen. Auch für St. Christoph in Mainz ließ Erzbischof Berthold von Henneberg solche Texttafeln anbringen. Cusanus hielt sich 1461 anlässlich einer Visitationsreise in Mainz auf. In seiner Brixner Visitationsanordnung, die inhaltlich auf Johannes Gerson zurückgeht, fordert der Kardinal für die Pfarrangehörigen kurze Texte mit den Zehn Geboten.


Leo Andergassen


Literatur: Hans-Jürgen RIECKENBERG,Die Katechismus-Tafel des Nikolaus von Kues in der Lamberti-Kirche zu Hildesheim. In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 39 (1983), S. 555-581. – Hartmut Boockmann, Über Schrifttafeln in spätmittelalterlichen deutschen Kirchen. In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 40 (1984), S. 210-224.