Erstes Stadtsiegel von Brixen

Erstes Stadtsiegel von Brixen

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 2-2-5, S. 310.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen


Leihgeber: Diözesanmuseum Brixen (Südtirol), 61
Erstes Stadtsiegel von Brixen

© Rotter Josef, Bozen


Um 1300
Naturwachsbrauner Abdruck mit Resten der zur Anbringung an der Urkunde dienenden Pergamentpressel, rund, Durchmesser: 58 mm, leicht beschädigt. Im Siegelfeld auf glattem Hintergrund ein nimbiertes, heraldisch rechts schreitendes Gotteslamm, den Kopf schräg nach hinten gewendet, der rechte Vorderlauf ist um das untere Ende einer mit einem Tatzenkreuz besetzten Fahnenstange gelegt, diese trägt das Tuch der in drei Lätzen auslaufenden Osterfahne. Umschrift zwischen Perllinien in gotischer Majuskel: SIGILLVM : CIVIVM : CIVITATIS B[R]IXINE .

Ein Stadtsiegel, das sichtbare Zeichen für das Auftreten der Stadtgemeinde als Rechtsperson, wird für Brixen erstmals urkundlich 1302 erwähnt. Der älteste überlieferte Abdruck hängt an einer Urkunde vom 23. Juli 1305. Wie in zahlreichen anderen Fällen übernimmt auch in Brixen die Stadt mit dem Osterlamm das Siegel- und späterhin das Wappenbild des bischöflichen Stadtherrn.


Gustav Pfeifer


Literatur: Conrad FISCHNALER, Die Wappen der Städte und Märkte von Tirol nach ihrer geschichtlichen Entwicklung. In: Wappenbuch der Städte und Märkte der gefürsteten Grafschaft Tirol (Innsbruck 1894), S. 67f. –Die Urkunden der Brixner Hochstifts-Archive 1295-1336. Unter Mitwirkung von Bertha Richter-Santifaller hrsg. von Leo Santifaller und Heinrich Appelt Leo Santifaller (= Brixner Urkunden II/2, Leipzig 1943), S. 459f. u. Taf. XXIII, Nr. 126.