Darstellungen aus dem Venedigkrieg im Weisskunig

Darstellungen aus dem Venedigkrieg im Weisskunig

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 1-21-2, S. 204.

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Leihgeber: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum (Innsbruck, Tirol), Bibliothek
Darstellungen aus dem Venedigkrieg im Weisskunig

© Foto Frischauf, Innsbruck


Ca. 1505-1516
Holzschnitte (Nachdrucke mit originalen Druckstöcken 1888)
In: Alwin Schultz (Hg.), Der Weisskunig. Nach den Dictaten und eigenhändigen Aufzeichnungen Kaiser Maximilians I. (= Jahrbuch der kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses, Bd. 6), Wien 1888

Blatt "Gradisch": Als strategisch wichtiger Übergang über den Isonzo wurde das görzische Gradisca noch in der Zeit der Grafen von Venedig zur Festung gegen die Türken ausgebaut. Im Krieg Maximilians I. gegen Venedig spielte Gradisca mehrfach eine wichtige Rolle. Die Darstellung im "Weißkunig" nimmt auf eine der Belagerungen der Jahre 1511, 1512 oder 1514 durch die Venezianer bezug. Blatt "Eroberung der venedigischen flecken": Die Darstellung lässt keine präzise Lokalisierung zu. Gezeigt wird die Einnahme eines befestigten venezianischen Orts im Hügelland der Terra ferma. Vertreter der Stadt schwören Kaiser Maximilian, der selbst herangeritten ist, den Treueeid.
Der Weißkunig ist eine Autobiographie Maximilians I., in dieser Form um 1505 begonnen, um 1516 abgeschlossen. Den Prosatext verfasste nach Anweisungen Maximilians sein Geheimschreiber Marx Treitzsaurwein. Der letzte Teil enthält konkrete historische Ereignisse der jüngsten Zeit, wie auch dem Venezianerkrieg breiter Raum gewidmet ist. Zur Ausarbeitung der 251 Holzschnitte zog Maximilian hauptsächlich Hans Burgkmair und Leonhard Beck, aber auch Hans Springinklee und Hans Schäuffelein heran.
Das Werk Weißkunig wurde nie abgeschlossen und die erste Ausgabe erschien erst 1775.


Meinrad Pizzinini


Literatur: Der Weisskunig. Nach den Dictaten und eigenhändigen Aufzeichnungen Kaiser Maximilians I. zusammengestellt von Marx Treitzsauerwein von Ehrentreitz. Hrsg. von Alwin Schultz (=Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses 6, Wien 1988). – Kaiser Maximilians I. Weisskunig. Lichtdruck-Faksimiles. Bd. 1: Textband. Bd. 2: Tafelband. Hrsg. von Heinrich Th. Musper (Stuttgart 1956). – Ausstellung Maximilian I. Innsbruck. Katalog der Ausstellung vom 1. Juni bis 15. Oktober 1969. Herausgegeben vom Kulturreferat des Landes Tirol. Für den Inhalt verantwortlich Erich Egg (Innsbruck 1969), S. 139f., Nr. 523. – Der weiss Kunig. Eine Erzehlung von den Thaten Kaiser Maximilian des Ersten von Marx Treitzsaurwein auf dessen Angeben zsgetragen, nebst den von Hannsen Burgmair dazu verfertigten Holzschnitten. Hrsg. aus dem Ms. der Kaiserl.-Königl. Hofbibliothek. Neudruck der Ausgabe Wien 1775. Mit einem Kommentar und Bilderleuterungen von Christa-Maria Dreissiger (= Acta humaniora, Weinheim 1985).