Die Heiligen Georg und Florian

Die Heiligen Georg und Florian

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 1-18-9, S. 193.

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Leihgeber: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum (Innsbruck, Tirol), Kunstgeschichtliche Sammlungen, P 1008, P 1009
Die Heiligen Georg und Florian

© Foto Frischauf, Innsbruck


Um 1480
Pustertal, Veit von Taisten ?
Zirbenholz, Höhe 124 cm, vollrund, alte Fassung

Beide sind oft Schutzheilige von Kirchen und Städten. Meist werden sie als Schreinwächter bei Flügelaltären in voller Rüstung (hier: Georg mit Bart, geschiftetem Brust- und Rückenstück, Bauch- und Gesäßreifen, Beintaschen sowie Arm- und Beinzeug) mit ihren Attributen, dem Drachen und dem Wasserkübel gezeigt. Der Drachenkampf wird von Jacobus de Voragine in die Legende eingebracht. Georg wird somit zum Bezwinger des Bösen und damit auch in den Reigen der Vierzehn Nothelfer aufgenommen. Florian mit Wasserkübel (seit dem 15. Jahrhundert) wird Schutzherr bei Feuersnot, aber auch bei Hochwasser, Sturm und Dürre.
Die Beliebtheit der ritterlichen Heiligen für den Adel entwickelt sich im 14. Jahrhundert, weitet sich aber auch im bürgerlichen Spätmittelalter aus. Leonhard von Görz fühlte sich besonders dem St. Georgs-Ritterorden verbunden. Die beiden Skulpturen stammen aus der Filialkirche Laas bei Oberdrauburg, das zum görzischen Herrschaftsgebiet gehörte.


Gert Ammann


Literatur: Neuerwerbungen 1938/1939. Vorgeschichtliche Funde, Plastik, Gemälde, Kunstgewerbe. Innsbruck, Juli - August 1939. Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum. Katalog. Bearb. von Oswald Trapp (Innsbruck 1939), Kat. Nr. 14, 15. – Gotik in Tirol. Malerei und Plastik des Mittelalters. Katalog der Kunstausstellung des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum, Innsbruck, vom 24. Juni bis 30 September 1950. Bearb. von Vinzenz Oberhammer in Zusammenarbeit mit Carl Theodor Müller (Innsbruck 1950), Kat. Nr. 99. – Erich Egg, Spätgotik in Tirol. Die Flügelaltäre (Innsbruck 1985), S.198.