Heiliger Antonius Abt

Heiliger Antonius Abt

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 1-18-5, S. 191. Abbildung S. 192.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen


Leihgeber: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum (Innsbruck, Tirol), Kunstgeschichtliche Sammlungen, P 822
Heiliger Antonius Abt

© Foto Frischauf, Innsbruck


Um 1490
Brixen
Lindenholz, Höhe 82 cm, alte Fassung

Das Relief stammt zusammen mit den Reliefs der Heiligen Sebastian, Laurentius und eines weiteren Heiligen vermutlich von den Flügelinnenseiten eines Altars, der dem Brixner Bildschnitzer Lukas Alber aus dem Werkstattbereich von Hans Klocker zugeschrieben wird. Der Eremit Antonius (gest. 356) widerstand vielfachen Versuchungen. Besonders der Antoniterorden in St-Didier-de-la-Motte (seit 1095) verehrte seine Reliquien, die der französische Edelmann Gaston für die Heilung seines Sohns vom sogenannten Antoniusfeuer (Rotlauf oder Vergiftung nach Verzehr des Mutterkorns, eines parasitären Pilzes auf Roggen) hierher brachte. In Deutschland fand der Orden seit 1200 starke Verbreitung und sah seine Aufgabe vor allem in der Krankenpflege in Spitälern.
Antonius wird als einer der Vierzehn Nothelfer bei Seuchen angerufen. Die Glocke an seinem Stab warnte die Gesunden vor den Pestkranken; diese wiederum vernahmen so ihren Helfer. Er wurde im Mittelalter vor allem auch bei Hautkrankheiten angerufen und war insbesondere auch vom Ritterstand verehrt.


Gert Ammann


Literatur: Spätgotische Kunst aus den Studiensammlungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum. Ausstellung des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum, Innsbruck, Oktober bis November 1968. Katalog (Innsbruck 1968), Nr. 30.