Badeszene

Badeszene

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 1-17-3, S. 184–185.

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Leihgeber: Österreichische Nationalbibliothek (Wien), Handschriftensammlung, Codex 3085, folio 34 v
Badeszene

© Österreichische Nationalbibliothek, Wien


1475
In: Speculum humanae salvationis Süddeutschland
Federzeichnung, koloriert, 262 x 195 mm

Die süddeutsche Sammelhandschrift enthält mehrere Abbildungen, die medizinische Behandlungsmethoden darstellen. Gezeigt wird eine Szene im Bad, in der ein Bader seinem Gast Wein in einem Nuppenbecher kredenzt.
Die Badstuben dienten nicht nur der Körperreinigung, sondern sind auch als zentrale Orte der Vorbeugung und der Behandlung von Krankheiten zu sehen. Als wichtige therapeutische Maßnahme wurde die Ableitung "schädlicher Feuchtigkeiten" aus dem Körper gesehen. Dies geschah durch vom Arzt verordnete Medikamente, die Erbrechen hervorriefen oder eine abführende, harn- oder schweißtreibende Wirkung hatten. Überschüssige Flüssigkeit konnte auch im Bad ausgeschwitzt werden. Wannenbäder sollten Linderung bei Lähmungen, Frauenleiden, Hauterkrankungen, Aussatz usw. bringen.
Sehr beliebt war auch die Anwendung naturwarmer Quellen, von denen sich einige zu Kurbetrieben entwickelten. So hielt sich Paola schon als Kind sehr oft in Abano auf. Leonhard besuchte Bad Gastein.


Claudia Sporer-Heis


Literatur: Otto KOSTENZER, Dem Himmel sei gedankt. Von Badern, Ärzten, irdischen und himmlischen Arzneimitteln in alter Zeit (Rosenheim 1974), S. 19-22. – Harry KÜHNEL, Alltag im Spätmittelalter (Graz u.a.1984), S. 141f. – Martin WIDMANN, Christoph MÖRGELI, Bader und Wundarzt. Medizinisches Handwerk in vergangenen Tagen (Zürich 1998), S. 38.