Leuchter

Leuchter

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 1-13-10, S. 164.

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Leihgeber: Staatliche Kunstsammlungen (Dresden, Deutschland), Kunstgewerbemuseum, 35.000
Leuchter

© Staatliche Kunstsammlungen, Dresden


2. Hälfte 15. Jahrhundert
Deutsch
Zinn, Eisendorn, Höhe 26,3 cm (ohne Dorn), Höhe 34,2 cm (mit Dorn), Durchmesser 22,3 cm

Zur Beleuchtung von Wohnräumen verwendete man hauptsächlich Talgkerzen. Da Bienenwachs wesentlich kostspieliger war, wurden Wachskerzen selbst im herrschaftlichen Bereich nur bei besonderen Anlässen angezündet. Auch Leuchter ließen durch Größe, Anzahl, Material, Gestalt und Ausführung auf die gesellschaftliche Stellung des Besitzers schließen. Aus Eisen, Messing, Zinn, Bronze oder Silber gefertigt, gab es Handleuchter mit Tropftasse und Griff, Wandleuchter, mehrarmige Hängeleuchter, die an Ketten von der Decke hingen, und Standleuchter, wie dieses kunstvoll gefertigte sechseckige Beispiel aus Zinn. Das Schmuckdekor – Kreuzblumen, Strebepfeiler, fantastische Tier- und Drachenköpfe sowie Fischblasenornamente – weist ihn der Gotik zu.


Eleonore Gürtler


Literatur: Oswald von ZINGERLE, Über alte Beleuchtungsmittel. In: Zeitschrift des Vereins für Volkskunde N.F. 9 (1899), S. 55-58. – Ladislaus Edler von BENESCH, Das Beleuchtungswesen vom Mittelalter bis zur Mitte de XIX. Jahrhunderts, aus Österreich-Ungarn, insbesondere aus den Alpenländern und den angrenzenden Gebieten der Nachbarstaaten (Wien 1905), S. 7. – Günther BINDING, Beleuchtung. In: Lexikon des Mittelalters, Bd. 1 (München-Zürich 1980), Sp. 1838f. – Kunsthandwerk der Gotik und Renaissance 13. bis 17. Jahrhundert. Katalog der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Museum für Kunsthandwerk, Schloß Pillnitz. Red. von Klaus-Peter Arnold (Dresden 1981), Kat.-Nr. 187, S. 159, Abb. 187.