© Civici Musei del Castello, Udine
1. Hälfte 15. Jahrhundert
Oberitalienische Werkstätte (Embriachi-Werkstätte, Venedig)
Pappelholz, Elfenbein, Horn und Buchsbaumholz, Metallschloss, der vermutlich ebenfalls aus Metall gefertigte Handgriff fehlt, 14 x 19 x 11 cm
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Der Deckel des rechteckigen Kästchens ist an vier Seiten abgeschrägt. Der Aufsatz im oberen Bereich ist in sogenannter Certosiner-Technik verziert und zeigt geometrische Muster aus kleinen braunen, grünen, schwarzen und weißen Teilchen aus Elfenbein, Horn und Holz. Derartige Kästchen wurden vor allem in der Werkstätte der Familie Embriachi in Venedig hergestellt: Die vier Seitenflächen umläuft ein aus 16 geschnitzten Elfenbeinplättchen bestehender Fries mit stehenden Figuren in langen Gewändern. Oben und unten umrahmen profilierte Ränder im kontrastreichen Wechsel aus schwarzem Horn und weißem Elfenbein die szenischen Darstellungen. Die vier Eckfiguren sind mit einer Keule als Symbol der Keuschheit und einem Schild zur Abwehr der Pfeile Amors bewaffnet. Daher ist anzunehmen, dass diese Art von Kästchen als Hochzeitsgaben Verwendung fanden und Schmuckstücke beinhalteten.
Ikonografisch und formal sehr verwandt sind vier weitere Kästchen: im Victoria and Albert Museum in London, im Museo Correr in Venedig, im Civiche Raccolte di Arte Applicata im Castello Sforcesco in Mailand und in der Sammlung Tyssen-Bornemisza in Lugano, das wohl im Auftrag der Grafen von Görz-Tirol angefertigt wurde, da es deren Wappen trägt.
Eleonore Gürtler
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