Nähtischchen

Nähtischchen

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 1-12-11, S. 158. Abbildung S. 159.

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Leihgeber: Diözesanmuseum Brixen (Südtirol), ohne Inv.-Nr.
Nähtischchen

© Tappeiner AG, Lana


Um 1500
Holz, geschnitzte Maßwerkornamentik in den Wangen, Fußteil reliefiert, vorne ausziehbare Lade, seitlich schmale Lade mit drei Fächern

Erst im 15. Jahrhundert entwickelten sich verschiedene Arten des Tisches, zuvor wurde meist eine Holzplatte auf Böcke oder Schragen gelegt. Die häufigste spätgotische Form war der so genannte Wangentisch, dessen Tischplatte nicht auf vier Beinen sondern, wie auch bei diesem Nähtischchen, auf zwei reich geschmückten Seitenwangen liegt. Diese sind durch eine Zarge miteinander verbunden. Der dazwischen liegende Kasten enthält zwei – vorne und seitlich – herausziehbare Laden und verfügt so über genügend Stauraum für Handarbeitsutensilien.
Da es für Damen des gehobenen Standes üblich war, sich in Musestunden verschiedensten Handarbeiten zu widmen, befanden sich auch in Paolas Aussteuer Nähnadeln aus Bein, Scheren, Gold- und Silberfäden zum Sticken sowie Zwirn in verschiedenen Farben (Kollreider 1952, S.146).


Eleonore Gürtler


Literatur: Maria KOLLREIDER, Madonna Paola Gonzaga und ihr Brautschatz. In: Lienzer Buch, Beiträge zur Heimatkunde von Lienz und Umgebung (= Schlern-Schriften 98, Innsbruck 1952), S. 137–148. – Peter W. MEISTER, Hermann JEDDING, Das schöne Möbel im Lauf der Jahrhunderte (Heidelberg, München 1958), S. 25f.