Schreibzeug

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In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 1-11-10, S. 153. Abbildung S. 152.

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Leihgeber: Staatliche Kunstsammlungen (Dresden, Deutschland), Kunstgewerbemuseum, 13.423
Schreibzeug

© Staatliche Kunstsammlungen, Dresden


Um 1500
Severo da Ravenna (4. Viertel 15. Jahrhundert)
Bronze, Breite 23,3 cm

Liegendes, gekrümmtes Seeungetüm mit nach oben gerichtetem Gesicht. Zwischen den Vorderflossen befindet sich eine Muschel für Streusand, in der Krümmung des Leibes eine Muschel für Tinte. Severo da Ravenna, dem lange Zeit nur eine Marmorstatue des heiligen Johannes an der Fassade der Cappella del Santo von Sant' Antonio in Padua zugeschrieben werden konnte, entpuppte sich später als der als "Meister des Drachens" bezeichnete Künstler. Damit konnten ihm einige Werke, die vorher zu den Arbeiten Bartolomeo Bellanos oder Andrea Briccios gezählt wurden, zugeschrieben werden.
Auf Grund der Wiederbelebung des Interesses an der römischen Literatur wurde es notwendig, viele antike Texte aufzuspüren, zu kopieren und zu sammeln. Um 1400/1420 kam auch noch das Interesse an der griechischen Literatur hinzu.
Bereits im 14. Jahrhundert begannen die Gonzaga Bücher zu sammeln. Auf Grund des Einflusses von Vittorino da Feltre trug Markgraf Ludovico III. aktiv Bücher zusammen, indem er für den Buchkauf weitverstreute Kontakte aufbaute und auch eine Reihe von Kopisten beschäftigte. Seine Söhne, vor allem Markgraf Federico und Kardinal Francesco, führten diese Tradition mit großem Interesse fort.
Schon aus Verständigungsgründen spielte für die Familie Gonzaga die Schriftlichkeit eine wesentliche Rolle. Um Paola die Möglichkeit zu geben, Briefe selbst zu schreiben, gab man ihr auch ein "Pennal mit aller Zugehor zu Schreibfedern" in ihrem Brautschatz nach Lienz mit.


Claudia Sporer-Heis


Literatur: Thieme-Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Bd. 30 (Leipzig 1936), S. 545. – Maria KOLLREIDER, Madonna Paola Gonzaga und ihr Brautschatz. In: Lienzer Buch, Beiträge zur Heimatkunde von Lienz und Umgebung (= Schlern-Schriften 98, Innsbruck 1952), S. 146. – Kunsthandwerk der Gotik und Renaissance 13. bis 17. Jahrhundert. Katalog der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Museum für Kunsthandwerk, Schloß Pillnitz. Red. von Klaus-Peter Arnold (Dresden 1981), Kat.-Nr. 191. – Splendours of the Gonzaga. Catalogue. Exhibition 4 November 1981–31 January 1982. Victoria & Albert Museum – London. Ed. by David S. Chambers (London 1981), S.110, – Das Kunstgewerbemuseum Dresden. Von der Vorbildersammlung zum Museum 1876-1907. Katalog der Ausstellung des Kunstgewerbemuseums Dresden im Albertinum vom 13. Dezember 1998 bis 14. März 1999. Red. von Torsten-Pieter Rösler (Eurasburg 1998), Kat.-Nr. 56.