Porträtmedaille auf den Humanisten Vittorino da Feltre (1378-1446)

Porträtmedaille auf den Humanisten Vittorino da Feltre (1378-1446)

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 1-11-1, S. 150. Abbildung S. 84.

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Leihgeber: Kunsthistorisches Museum (Wien), Münzkabinett, 13189 bß
Porträtmedaille auf den Humanisten Vittorino da Feltre (1378-1446)

© Kunsthistorisches Museum, Wien


Um 1446
Antonio Pisanello
Bronze, Durchmesser 65 mm
Umschrift Vorderseite: VICTORINVS FELTRENSIS SVMMVS
Umschrift Rückseite: MATHEMATICVS ET OMNIS HVMANITATIS PATER / OPVS PISANI PICTORIS

Die Vorderseite zeigt das Profilporträt des Pädagogen da Feltre (1378-1446), der in Padua von 1396 bis 1416 studiert hatte und neue erzieherische Richtlinien von Pier Paolo Vergerio mit der alten moralischen Tradition kombinierte. Er lehrte später Philosophie und Rhetorik an der Universität Padua. 1423 wurde er mit der Erziehung der Kinder (u.a. Ludovico) des späteren Markgrafen Gianfrancesco I. Gonzaga (gest. 1444) beauftragt. In Mantua leitete er 16 Jahre lang eine Schule, in deren humanistischer Bildung die Harmonisierung von Körper, Seele und Geist angestrebt wurde. Neben der Lehre von Latein und Griechisch waren vor allem auch Mathematik und der Sport mit einbezogen.
Auf der Rückseite ist ein seine Jungen nährender Pelikan – ein Symbol für die Kirche bzw. Christus –, nach Meinung des Biografen Prendilacqua ein Phönix, gestaltet.
Der Maler Pisani, genannt Pisanello wird als Schöpfer dieser Medaille, welche durch die Natürlichkeit der Modellierung besticht, erwähnt.


Gert Ammann


Literatur: Splendours of the Gonzaga. Catalogue. Exhibition 4 November 1981–31 January 1982. Victoria & Albert Museum – London. Ed. by David S. Chambers (London 1981), Nr. 14.