Spielbrettstein

Spielbrettstein

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 1-10-3, S. 147. Abbildung S. 146.

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Leihgeber: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum (Innsbruck, Tirol), Kunstgeschichtliche Sammlungen, P 167
Spielbrettstein

© Foto Frischauf, Innsbruck


16. Jahrhundert
Deutsch
Holz, Durchmesser 55 mm Innsbruck

In der schüsselartigen Vertiefung ist im Relief das Bildnis der Gemahlin des Sultans Suleiman II. (1494-1566) aufgelegt. Auf der Rückseite steht die Inschrift: TIRCKIN-CAESERIN.
Das Frauenbildnis entspricht dem Holzschnitt von Hans Sebald Beham (erhalten in Erlangen, vgl. F. W. H. HOLLSTEIN, German engravings, etchings and woodcuts, Bd. III, S. 233) und wurde vermutlich nach diesem geschnitzt.
Die Spielsteine dienten etwa für das Dame-, Mühle- oder Trictrac-Spiel und konnten aus Marmor, Holz, Kehlheimer Stein, Elfenbein, Bernstein, Metall, Leder, Glas, Perlmutt oder auch edlen Steinen gefertigt sein. Die Spielsteine konnten aber auch flache, verschiedenfarbige Plättchen sein. Berühmt sind die Reliefspielsteine mit Porträts und mythologischen Szenen von Hans Kels aus Augsburg, die dieser für Kaiser Ferdinand I. 1537 fertigte.
Türkische Motive und Porträts sind seit dem 15. Jahrhundert vor allem in Zeiten der friedlichen Koexistenz beliebt.


Gert Ammann


Literatur: Hans HOLLÄNDER, Über Schachfiguren und Schachbretter. In: Spielwelten der Kunst – Kunstkammerspiele. Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien. Kunsthistorisches Museum Wien, 21. Mai bis 2. August 1998. Hrsg. von Wilfried Seipel (Milano 1998), S. 35-41.