Spielkästchen

Spielkästchen

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 1-10-1, S. 147. Abbildung S. 146.

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Leihgeber: Kunsthistorisches Museum (Wien), Kunstkammer, 3725
Spielkästchen

© Kunsthistorisches Museum, Wien


1. Hälfte 15. Jahrhundert
Venedig (Embriachi-Werkstatt?)
Holz, Elfenbein,
6,8 x 62,5 x 30,4 cm, teilweise gefärbt

Das Kästchen dient für die Spiele Schach, Mühle (Außenseiten) und Trictrac (aufgeklappte Innenseiten). Die Spielflächen werden an der Außenseite von Dekorleisten aus braunen und schwarzen Leisten sowie einem Elfenbeinstab, an den Innenseiten mit zweifachem Zickzackmuster und Ornamentstabband gerahmt.
Die Trictrac-Spielfläche weist eine besonders ornamental und farblich gezierte Musterung, bedingt durch die Spieltechnik, auf. Die Einlegearbeiten mit Elfenbeinplättchen und farbigen Hölzern wurden vor allem in den Werkstätten der Familie Embriachi in Venedig, dann aber auch in Oberitalien gearbeitet. Die Technik stammt ursprünglich aus dem Orient.
Das Spielkästchen ist ein edles Beispiel für die höfische Freizeitgestaltung. Im Inventar der Brauttruhen von Paola Gonzaga ist genannt: "Item ein Spilbrett mit einem Schach von Helffandpain". In Venedig und Oberitalien hergestellte Spielbretter könnten somit durchaus mit dem Besitz der Paola nach Lienz gekommen sein.


Gert Ammann


Literatur: Spiele. Gesellschaftsspiele aus einem Jahrtausend. Bearb. von Georg Himmelheber (= Kataloge des Bayerischen Nationalmuseums München 14, Berlin 1972) S. 40. – Manfred LEITHE-JASPER, Rudolf DISTELBERGER, Die Schatzkammer (= Kunsthistorisches Museum Wien, München 1998), Nr. 22.