Sogenanntes Minnekästchen mit Einhornjagd

Sogenanntes Minnekästchen mit Einhornjagd

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 1-9-4, S. 141. Abbildung S. 140.

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Leihgeber: Historisches Museum Basel (Schweiz), 1590.I
Sogenanntes Minnekästchen mit Einhornjagd

© Historisches Museum Basel (Foto: M. Babey)


Um 1480
Oberrheinisch
Buchsbaumholz, geschnitzt, Beschläge aus Messing, 7,6 x 15,8 x 9,4 cm

Seit dem 13. Jahrhundert ist das Einhornmotiv als erotisches Sinnbild in der Dichtung und in der darstellenden Kunst bekannt: "Das vom zarten Geruch der Jungfräulichkeit angezogene Einhorn personifiziert den höfischen Liebhaber und dessen tragisch-verzweifelte Lage ohne Aussicht auf Gnade seiner Angebeteten".
Die Szene auf dem Deckel des hier gezeigten Kästchens stellt allerdings eine Abweichung des üblichen Motives dar. Das vor einem geschnitzten Rautengrund reliefiert dargestellte Einhorn ruht nicht wie üblich im Schoß der Jungfrau, sondern reicht der stehenden Dame die Vorderhand, während umlaufend an den Seitenflächen vor dem Jäger fliehende Hirsche zu sehen sind.


Eleonore Gürtler


Literatur: M. MÜLLER, Sogenanntes Minnekästchen mit Einhornjagd. In: Jahreszeiten der Gefühle. Das Gothaer Liebespaar und die Minne im Spätmittelalter. Ausstellung vom 1. Mai bis zum 28. Juni 1998 im Schloß Friedenstein in Gotha. Katalog. Hrsg. von Allmuth Schuttwolf (Ostfildern-Ruit je 1998), S. 63f., Kat.-Nr. 18.