Barbara von Brandenburg-Hohenzollern (1422-1481), Gemahlin Ludovicos III.

Barbara von Brandenburg-Hohenzollern (1422-1481), Gemahlin Ludovicos III.

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 1-8-4, S. 134–135. Abbildung S. 78.

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Leihgeber: Kunsthistorisches Museum (Wien), Gemäldegalerie, 5075, B 46
Barbara von Brandenburg-Hohenzollern (1422-1481), Gemahlin Ludovicos III.

© Kunsthistorisches Museum, Wien


Um 1580-1582
Unbekannter Mantuaner Maler
Öl auf Papier auf Holz, 135 x 100 mm

Barbara von Brandenburg, Paola Gonzagas Mutter, wurde als Nichte von Kaiser Sigismund mit dem zwanzigjährigen Ludovico Gonzaga verheiratet und kam mit zehn Jahren an den Hof in Mantua. Wie zuvor ihr Ehemann, genoss auch sie für einige Zeit die humanistische Erziehung von Vittorino da Feltre, bis sie alt genug war, um ihren Aufgaben als Markgräfin, Ehefrau und Mutter nachzukommen. Aus der Korrespondenz der Familie Gonzaga geht Markgräfin Barbara als eine kluge und energische Frau hervor. Trotz der ursprünglich von machtpolitischen, dynastischen und finanziellen Überlegungen bestimmten Vernunftehe, begegnete sich das Paar voll Zuneigung mit Vertrauen und gegenseitigem Respekt. Barbara schenkte 11 Kindern das Leben: Federico (1441-1484), Francesco (1444-1483), Paola Bianca (1445-1447), Gianfrancesco (1446-1496), Susanna (1447-1481), Dorotea (1449-1467), Cecilia (1451-1478), Rodolfo (1452-1495), Barbara (1455-1503), Ludovico (1460-1511) und Paola (1463-1496). Sie umhegte ihre Kinder liebevoll und kümmerte sich besorgt um deren Wohlergehen und Gesundheit, auch als diese bereits das Haus verlassen hatten. Während der häufigen Abwesenheit Ludovicos III. musste sie die Regierungsgeschäfte der Markgrafschaft übernehmen. Sie verstand es, das Land und das Familienvermögen geschickt zu verwalten; mit diplomatischem Feingefühl agierte sie in innen- und außenpolitischen Fragen. Daher betrieb vorwiegend Markgräfin Barbara die standesgemäße Verheiratung ihrer Kinder, insbesondere ihrer Töchter. Stellvertretend für den abwesenden Ludovico vermittelte sie in der Heiratsangelegenheit zwischen ihrer Jüngsten – Paola – und Graf Leonhard von Görz und kümmerte sich um die standesgemäße Ausstaffierung des Brautschatzes.
Zudem musste Graf Leonhard beharrlich an die vertraglich geregelten Vereinbarungen erinnert werden, als dieser mehrmals um eine Aufschiebung des geplanten Hochzeitstermins bat und auf die drohende Pest- und Türkengefahr verwies.


Eleonore Gürtler