Porträtmedaille auf Ludovico III. Gonzaga (1412-1478), 2. Markgraf von Mantua

Porträtmedaille auf Ludovico III. Gonzaga (1412-1478), 2. Markgraf von Mantua

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 1-8-3, S. 134. Abbildung S. 135.

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Leihgeber: Kunsthistorisches Museum (Wien), Münzkabinett, 192 bß
Porträtmedaille auf Ludovico III. Gonzaga (1412-1478), 2. Markgraf von Mantua

© Kunsthistorisches Museum, Wien


1475
Bartolommeo Melioli
Bronze, Durchmesser 79 mm
Umschrift auf der Vorderseite: LVDOVICVS II MARCHIO MANTVAE QVAM PRECIOSVS XPI [Christi] SANGVIS ILLVSTRAT
- Brustbild nach rechts mit Barett und Rüstung mit der Imprese einer Hydra.
Umschrift auf der Rückseite: FIDO ET SAPIENTI PRINCIPI FIDES ET PALLAS ASSISTVNT - Fides und Pallas Athene stehen vor dem antik gerüsteten Markgrafen, der auf einem Stuhl mit der Gonzaga-Imprese eines Hundes thront. Im Abschnitt: MELIOLVS SACRAVIT / ANNO / MCCCCLXXV

Außer Pisanello beauftrage Ludovico III. Gonzaga auch Bartolommeo Melioli (1448-1514) als Medailleur. Die Medaille zeigt auf der Rückseite den Markgrafen sitzend, in der Art eines antiken Herrschers. Ihm sind Fides und Pallas Athene als Personifikationen von Glaube und Weisheit gegenübergestellt, möglicherweise ein Zeichen des nachhaltigen Eindrucks der humanistischen Erziehung durch Vittorino da Feltre. Ludovico III. Gonzaga war durch den hervorragenden Humanisten und Pädagogen in dessen neugegründeter Internatschule in Mantua eine umfassende Erziehung nach dem Vorbild Platons (428/427-348/347 v. Chr.) zuteil geworden. Seine Kenntnisse in Griechisch und Lateinisch ließen ihn zu einem Literaturliebhaber werden. Besonders schätzte er die Werke des in der Nähe von Mantua geborenen Dichters Vergil (70-19 v. Chr.) und des in Mantua tätigen Francesco Petrarca (1304-1374).


Eleonore Gürtler


Literatur: Manfred LEITHE-JASPER, Mantuas klassische Tradition – Von Manto bis Isabella d'Este. In: Fürstenhöfe der Renaissance. Giulio Romano und die klassische Tradition. Katalog der Ausstellung im Kunsthist. Museum, Neue Burg, 6. Dezember 1989 bis 18. Februar 1990. Red. von Martina Haja, Florian Härb, Maria Welzig (Wien 1989), S. 96.