Porträtmedaille auf Ludovico III. Gonzaga (1412-1478), 2. Markgraf von Mantua

Porträtmedaille auf Ludovico III. Gonzaga (1412-1478), 2. Markgraf von Mantua

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 1-8-2, S. 134.

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Leihgeber: Kunsthistorisches Museum (Wien), Münzkabinett, 190 bß
Porträtmedaille auf Ludovico III. Gonzaga (1412-1478), 2. Markgraf von Mantua

© Kunsthistorisches Museum, Wien


Um 1448
Antonio Pisanello
Bronze, Durchmesser 102 mm
Umschrift auf der Vorderseite: LVDOVI-CVS DE/GONZ-AGA – CAPITANEVS ARMIGERORVM / MARCHIO MANTVE ET CET[era] - Brustbild nach links.
Umschrift auf der Rückseite: OPVS PISANI / PICTO/RIS - Der Markgraf in Rüstung zu Pferd nach rechts.

Der Maler und Zeichner Antonio Pisanello (Antonio di Puccio, Pisano, vor 1395-1455) war der erste Medailleur der Renaissance. Bei der Gestaltung seiner Bildnisse, die ein hohes Maß an psychologischer Durchdringung kennzeichnet, orientierte er sich vermutlich an den Kaiserporträts antiker römischer Münzen. Pisanello machte die Gattung der Medaillenkunst zu einer eigenständigen blühenden Kunstform. Porträt und Umschrift auf der Vorderseite sowie eine meist allegorische Szene auf dem Revers jeder Medaille geben Auskunft über Herkunft, Stellung und Rang, aber auch über charakterliche Qualitäten und Ideale der porträtierten Person. Medaillen dienten nie als Zahlungsmittel, sondern sollten die Bekanntheit des oder der Abgebildeten steigern. In der Renaissance erlangte die Bildniskunst als Ausdruck eines neuen Selbstbewusstseins und des Gefühls der Individualität einen hohen Stellenwert.
Im Auftrag der Familie Gonzaga schuf Pisanello zwischen 1446-1447 Medaillen mit dem Bildnis Cecilia Gonzagas (1426-1451) - eine der frühesten Medaillen auf eine Frau –, ihres Bruders Ludovico III., sowie ihres gemeinsamen Lehrers, des Humanisten Vittorino da Feltre.


Eleonore Gürtler


Literatur: Splendours of the Gonzaga. Catalogue. Exhibition 4 November 1981–31 January 1982. Victoria & Albert Museum – London. Ed. by David S. Chambers (London 1981), S. 109, Kat.-Nr. 15, mit Abb. – Manfred LEITHE-JASPER, Mantuas klassische Tradition – Von Manto bis Isabella d'Este. In: Fürstenhöfe der Renaissance. Giulio Romano und die klassische Tradition. Katalog der Ausstellung im Kunsthist. Museum, Neue Burg, 6. Dezember 1989 bis 18. Februar 1990. Red. von Martina Haja, Florian Härb, Maria Welzig (Wien 1989), S. 92 und S. 96. – Hugh HONOUR, John FLEMING, Weltgeschichte der Kunst (4. erweiterte und neugestaltete Ausgabe, München 1992), S. 343.