Ältestes Siegel eines Lienzer Stadtrichters

Ältestes Siegel eines Lienzer Stadtrichters

In: Circa 1500. Leonhard und Paola – Ein ungleiches Paar. De ludo globi – Vom Spiel der Welt. An der Grenze des Reiches. Landesausstellung 2000 – mostra storica in Lienz, Schloß Bruck, in Brixen, Hofburg Brixen und in Besenello, Castel Beseno, Besenello. Veranstaltet vom Land Tirol, der Stadt Lienz u.a. Redaktion Marco Abate u.a. – Mailand: Skira, 2000. – 539. 4°. Illustr., Bibl., Karten Objekt-Nr.: 1-2-3, S. 102–103.

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Leihgeber: Dominikanerinnenkloster Kloster Lienz (Osttirol), Archiv, Lit. B 12
Ältestes Siegel eines Lienzer Stadtrichters

© Meinrad Pizzinini, Völs


Um 1275
Unbekannter Siegelstecher
Wachs ungefärbt, an Pergamentstreifen an Urkunde (1277 März 27) anhangend, Durchmesser: 43 mm

Ein Stadtrichter, vergleichbar mit dem wesentlich später eingeführten Amt des Bürgermeisters, wurde gewohnheitsmäßig aus der Mitte der Bürger gewählt, stand aber in Abhängigkeit vom Stadtherrn und Landesfürsten. Aus dem Jahr 1277 stammt das erste überlieferte Siegel eines Stadtrichters mit der Umschrift SIGILLVM IVDICIS D(E) LVENTZ. Der Stadtrichter, Ernst von Dobrawicz, verwendete aber nicht ein eigenes Wappen, sondern den görzischen Wappenschild im Siegelbild. Der Stadtrichter fungierte im Grunde genommen als landesfürstlicher Beamter. Die älteste Zusammenfassung von Rechten und Freiheiten der Lienzer Bürgerschaft datiert um 1465. Sie wurden aber von Graf Leonhard nicht schriftlich bestätigt, dies geschah erst nach dem Übergang der Grafschaft Görz an Maximilian I. im Jahr 1500.


Meinrad Pizzinini


Literatur: Hermann WIESFLECKER, Entstehung der Stadt Lienz im Mittelalter. In: Lienzer Buch. Beiträge zur Heimatkunde von Lienz und Umgebung (= Schlern-Schriften 98, Innsbruck 1952), S. 184-89. – Meinrad PIZZININI, Lienz. Das große Stadtbuch (Lienz 1982), S. 52f.