Romanzement-Fabrik des Franz Kink in Endach bei Kufstein

Romanzement-Fabrik des Franz Kink in Endach bei Kufstein

In: Silber, Erz und Weißes Gold. Bergbau in Tirol. Katalog der Tiroler Landesausstellung im Franziskanerkloster und Silberbergwerk, Schwaz, vom 20. Mai bis 28. Oktober 1990. Veranstaltet vom Land Tirol und von der Stadtgemeinde Schwaz. Redigiert von Gert Ammann. – Innsbruck: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum 1990. 478. 8°. Objekt-Nr.: 7.11, S. 309.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen


Leihgeber: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum (Innsbruck, Tirol), Gem. 3438
Romanzement-Fabrik des Franz Kink in Endach bei Kufstein

© Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck


1851
Edmund von Wörndle
Öl auf Leinwand, 64,5 x 80,5 cm

Beschrieben rechts unten "Edm. v. Wörndle. 851". Zu sehen sind die Räder der Mühlgänge und das Rad des Pochwerkes der Zementfabrik, die die erste Zementfabrik Tirols und des österreichischen Kaiserstaates war.
Die Erzeugung von Zement gehört in Tirol zu den ältesten Industriezweigen. Der Begründer
der Zementindustrie in Österreich ist der 1790 in Bozen geborene Franz Kink, der 1820 in Kufstein zum Straßenmeister bestellt wurde. Von seinen Beobachtungen ausgehend, suchte er ein zur Erzeugung hydraulischen Kalks geeignetes Steinvorkommen zu finden sowie eine verläßliche Methode des Brennens zu ermitteln. Nach jahrelangen Untersuchungen fand er endlich im Glemmtal in der Gemeinde Schwoich bei Kufstein ein ausgedehntes Lager von Kalkmergel. Auf seine Entdeckung hin errichtete Franz Kink in der Nähe des von ihm angekauften Steinbruchs ein Zementwerk, das 1842 bereits Brennöfen, ein Pochwerk und eine Fabrik mit zwei Mahlgängen umfaßte. Der steigende Bedarf – nun entstanden in der ganzen Monarchie zahlreiche neue Eisenbahn- und Repräsentationsbauten – führte zur Neugründung von mehreren Zementfabriken. Das Hauptgewicht der Zementindustrie lag immer im Nordtiroler Unterland. Heute bestehen drei große Zementfabriken in Tirol.


Meinrad Pizzinini


Literatur: Der Inn. Katalog der Drei-Länderausstellung der Stadt Rosenheim, Rosenheim 1989, S. 247 f. und S. 377