© Foto Frischauf, Innsbruck
1717 Januar 12, Wien
Urkunde, Original Pergament, mit rotem Samteinband, 6 Blatt, 31 x 25 cm, mit rotem Wachssiegel (Durchmesser 125 mm) in vergoldeter Kapsel (Durchmesser 137 mm), aufgeschlagen Blatt 3v/4r
Dazugelegt 3 vergoldete Schlüssel: 19 x 7,1 cm, 20 x 6,5 cm und 16,4 x 4,6 cm
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Die Stamser Äbte wurden häufig zu Diensten berufen, die über ihre Aufgabe als Vorstand des Stiftes weit hinausgingen. Sie waren Beichtväter und geistliche Berater des Landesfürsten und fungierten bisweilen als Hofpontifex. Aber auch zu weltlichen Funktionen wurden sie herangezogen: Sie verwahrten zur Zeit Meinhards II. einen der beiden Schlüssel für den Geldschatz des Landesfürsten auf Schloß Petersberg, Erzherzog Ferdinand Karl berief Abt Gemelich 1652 zum Hofkammerpräsidenten. Sie waren im Tiroler Landtag und im jährlichen "Steuer-Kompromiß" vertreten und wirkten zeitweise bei der Schulverwaltung des Landes mit.
Die Übertragung solcher Ämter war gelegentlich mit Ehrengeschenken verbunden, von denen die drei goldenen Schlüssel Beispiele darstellen.
Die Verleihung des Titels Kaiserlicher Rat und Hofkaplan für Abt Kastner und seine Nachfolger ist ein Zeugnis der Würdigung durch den Landesfürsten. Sie wurde übrigens mit dem Auftrag verbunden, Staatsgeheimnisse "bis in ihre Grueben" zu bewahren.
Wilhelm Kundratitz
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