Freibergkasel

Freibergkasel

In: Eines Fürsten Traum. Meinhard II. – Das Werden Tirols. Katalog der Tiroler Landesausstellung 1995 im Schloß Tirol und im Stift Stams. Redigiert von Josef Riedmann. – Dorf Tirol: Südtiroler Landesmuseum Schloß Tirol; Innsbruck: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum 1995. 600.8°. Objekt-Nr.: 22.38, S. 557.

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Leihgeber: Zisterzienserstift Stams (Tirol), Kunstsammlung
Freibergkasel

© Foto Frischauf, Innsbruck


1623
Schwarzer Samt mit Applikationen aus Seide, Höhe 117 cm

Die Rückseite zeigt in dem von Zeit- und Todessymbolen randverzierten Feld den Sensenmann auf zerlegtem Harnisch mit Schwert, Spieß und Keule – Symbole für das vergängliche Kriegsglück. In der Mitte unten – das Feld und die Borte überlappend – ist das Wappen des Stifters mit dem Namenszug: MARQVARDVS DE FREIBERG aufgenäht. Marquard Freiherr von Freyberg und Eisenberg (gestorben 1625) war Domkustos in Salzburg und seit 1614 Domherr in Augsburg. Auch über den Rüstungsteilen ragen seitlich zwei Freibergerfahnen empor. Der auf die Kasel bezogene Schriftverkehr ist im Stiftsarchiv (G Vb, Nr. 6) erhalten.
Im Vergleich mit der ähnlichen Kasel im Stift Kremsmünster aus dem Jahre 1630, die Abt Anton Wolfradt bei Johann Jakob Pfalzer in Augsburg erworben hatte, dürfte auch die Stamser Kasel aus der Werkstätte Pfalzers stammen.


Gert Ammann


Literatur: Josef Franckenstein, Kunsthandwerk und Kleinkunst, in: 700 Jahre Stift Stams (o.O., o.J.[1973]), S. 98, Abb. 72. – Maria Krall, Textilkunst in den Tiroler Stiften Stams, Wilten und St. Georgenberg-Fiecht (phil. Diss., Innsbruck 1986), S. 317f., Nr. 82. – Schwaben-Tirol. Katalog Zeughaus Augsburg (Augsburg 1989), Kat.Nr. 10.08.