Mercartor-Globus

Mercartor-Globus

In: Eines Fürsten Traum. Meinhard II. – Das Werden Tirols. Katalog der Tiroler Landesausstellung 1995 im Schloß Tirol und im Stift Stams. Redigiert von Josef Riedmann. – Dorf Tirol: Südtiroler Landesmuseum Schloß Tirol; Innsbruck: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum 1995. 600.8°. Objekt-Nr.: 22.30, S. 554.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen


Leihgeber: Zisterzienserstift Stams (Tirol), Kunstsammlung
Mercartor-Globus

© Foto Frischauf, Innsbruck


1541
Gerhard Kremer, Künstlername Mercator (1512-1594)
Herstellungsort unbekannt
Durchmesser 40 cm, Radierung auf Papier auf Grundierung auf Leinen über Holzgerüst (restauriert von Mag. Klingler, Innsbruck, 1994/1995)

"Diese, dem kaiserlichen Sekretär Nikolaus Granvelle gewidmete Erdkugel ist einer von insgesamt 14 bisher bekannt gewordenen, erhaltenen Erdgloben Gerhard Mercators, jenes hervorragenden Gelehrten (1512-1594), der die erste große Weltkarte für Seefahrer zeichnete; der Kartennetzentwurf dieser Karte trägt bis zum heutigen Tag seinen Namen (Mercator- Projektion)." (Caramelle, 34f)
Die Erwerbung dieses seltenen Erdglobus durch das Kloster steht im Zusammenhang mit den astronomisch-mathematischen Forschungen, die in Stams seit dem Mönch Vitus de Augusta (in Stams eingetreten 1438) nachweisbar sind. Der "Astronomische Tisch" von 1428, das "Calendarium Stamsense" und die zahlreiche, einschlägige Literatur im Archiv und in der Bibliothek des Stiftes geben hievon Zeugnis.


Wilhelm Kundratitz


Literatur: Thomas Köll, Aus der Stamser Kulturgeschichte (phil. Diss., innsbruck 1971). – Franz Caramelle, Die Gotik in Stams, in: 700 Jahre Stift Stams (o.O., o.J.[1973]), S. 25-46.