Zwei Tiere mit Psalterium und Fiedel

Zwei Tiere mit Psalterium und Fiedel

In: Eines Fürsten Traum. Meinhard II. – Das Werden Tirols. Katalog der Tiroler Landesausstellung 1995 im Schloß Tirol und im Stift Stams. Redigiert von Josef Riedmann. – Dorf Tirol: Südtiroler Landesmuseum Schloß Tirol; Innsbruck: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum 1995. 600.8°. Objekt-Nr.: 20.18, S. 498.

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Leihgeber: Österreichische Nationalbibliothek (Wien), Cod. 1898
Zwei Tiere mit Psalterium und Fiedel

© Österreichische Nationalbibliothek, Wien


Um 1270
Tirol (?)
Drolerie (Gesamtgröße 4,7 x 14 cm), Photoreproduktion
Aus einem Psalter (in einem Dominikanerkloster – Bozen? – gefertigt, vielleicht für Adelheid, Gemahlin des Grafen Meinhard III. von Görz; bis 1783 im Besitz des Damenstifts Hall in Tirol) Handschrift / Pergament, 253 Blätter, 19,2 x 14 cm

Blatt 66v: Psalm 38 "Dixi custodiam vias meas ut relinquam", Initiale D mit König David. Die Verlängerung des seitlichen Initialrahmens geht über in eine Zierleiste, auf der, unter dem Schriftspiegel, drei Tiere sitzen: Links zupft ein personifizierter grauer Igel mit seiner Rechten die Saiten eines fünfeckigen Psalteriums. Rechts streicht ein personifizierter roter Fuchs mit dem Bogen auf einer nur mit zwei Saiten bespannten Fidel. Beide haben den Mund wie zum Singen geöffnet und blicken auf zur Eule in der Mitte, die mit gespitzten Ohren den Klängen zu lauschen scheint. Repräsentieren die drei die Unterwelt? Federzeichnung mit Deckfarbenmalerei eines deutschen Malers.


Hildegard Hermann-Schneider


Literatur: Franz Unterkircher, Inventar der illuminierten Handschriften, Inkunabeln und Frühdrucke der Österreichischen Nationalbibliothek 1: Die abendländischen Handschriften (= Museion N.F. 2/2, Wien 1957), S. 55 (weitere Literatur siehe dort). – Franz Unterkircher, Abendländische Buchmalerei. Miniaturen aus Handschriften der Österreichischen Nationalbibliothek (Graz-Wien-Köln 1966), S. 66-69 (mit Abb.).