Hans Vintler: Pluemen der Tugent

Hans Vintler: Pluemen der Tugent

In: Eines Fürsten Traum. Meinhard II. – Das Werden Tirols. Katalog der Tiroler Landesausstellung 1995 im Schloß Tirol und im Stift Stams. Redigiert von Josef Riedmann. – Dorf Tirol: Südtiroler Landesmuseum Schloß Tirol; Innsbruck: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum 1995. 600.8°. Objekt-Nr.: 19.29, S. 488.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen


Leihgeber: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum (Innsbruck, Tirol), Dip. 877
Hans Vintler: Pluemen der Tugent

© Foto Frischauf, Innsbruck


1411
Der Schreiber dieser Handschrift war Konrad Vintler
Handschrift, Papier, 200 Blatt mit 123 Tempera-Illustrationen, 29,5 x 20,2 cm, aufgeschlagen 155v/156r

Hans Vintler, aus der Familie stammend, die seit 1385 Besitzer von Schloß Runkelstein war, selbst Pfleger des Gerichtes Stein am Ritten und Amtmann Herzog Friedrichs an der Etsch, starb 1419. Inhalt des Buches ist die Beschreibung verschiedener Tugenden und der entgegengesetzten Laster nach Tommaso Leonis "Fiori di virtù". Als Zweck des Werkes bezeichnet Vintler nützliche Unterhaltung und bildenden Zeitvertreib, die Belehrung und Besserung der Leser.
Auf der aufgeschlagenen Seite wird der Tod des Sünders und der Tod des Gerechten illustriert: Die Seele des einen trägt ein Teufel mit sich davon, die des anderen ein Engel. Im Text heißt es dazu: "nu geschach das aines tages do, / das er mit seinem abt ain tag / gieng zu ainem siechen, der da lag / an dem tod und starb auch snel. / do sach er, das die teufel die sel / hin fuerten mit grosser ger. / da waint der ritter gar ser, / und do si von dem toten man / also giengen, da becham / in ain ander ritter wolgeporen, / der wolt auch in das closter varen, / und als pald er das versprach, / do giengen si alle darnach / über ain prucken, hör ich sagen. / do viel der ritter an den chragen, / der sich in das closter wolt haben ergeben. / das ersach der ander ritter eben, / der do ain stummer solte sein. / das die engel chamen mit vil jerarchein / und fuerten sein sel mit gewalt / hin in aines münches gestalt."


Herlinde Menardi


Literatur: Ignaz Zingerle, Die Plumen der Tugend des Hans Vintler (Innsbruck 1874). – Franz-Josef Schweitzer, Tugend und Laster in illustrierten didaktischen Dichtungen des späten Mittelalters. Studien zu Hans Vintlers Blumen der Tugend und zu Des Teufels Netz (Hildesheim 1993).