Tragaltar

Tragaltar

In: Eines Fürsten Traum. Meinhard II. – Das Werden Tirols. Katalog der Tiroler Landesausstellung 1995 im Schloß Tirol und im Stift Stams. Redigiert von Josef Riedmann. – Dorf Tirol: Südtiroler Landesmuseum Schloß Tirol; Innsbruck: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum 1995. 600.8°. Objekt-Nr.: 18.24, S. 467.

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Leihgeber: Museo Diocesano Tridentino (Trient, Italien), 32
Tragaltar

© Foto Scala, Firenze


1207/1218 Rheinland
Silber vergoldet, getrieben und graviert über Holzkern, Porphyr, 32 x 18,5 x 4 cm

Die Vorderseite des ursprünglich aus der Kathedrale S. Vigilio in Trient stammenden Tragaltares zeigt ein auf einem Holzkern montiertes getriebenes und geritztes Silberblatt. In dessen Ecken sind die vier Evangelistensymbole in ebenfalls getriebenen vergoldeten Medaillons dargestellt. Unter dem rechteckigen, von einer geperlten Kehlung umrahmten Porphyrstein in der Mitte wurden die Reliquien verwahrt.
Die Rückseite des Altares zeigt eine lateinische Inschrift, welche die im Tragaltarverwahrten zahlreichen Reliquien verschiedenster Heiliger anführt und besagt, daß der Tragaltar von Bischof Friedrich von Wangen (1207-1218) geweiht wurde.
Während die Rückseite von einer umlaufenden Zierleiste mit vergoldetem Pflanzenornament eingerahmt wird, schmücken die Schmalseiten getriebene Silberbänder mit vergoldeten Rosettenmotiven.
Vergleicht man die Silbertreibarbeit des Tragaltares mit jener des "Lectionarium" (Trient, Museo Diocesano Tridentino, Inv.Nr. 34) und jener des "Ordo Missae Pontificalis" (Trient, Museo Diocesano Tridentino, Inv.Nr. 33), die beide ebenso Kirchengeräte des Bischofs Friedrich von Wangen waren, so deutet die enge stilistische Verwandtheit der drei Werke auf deren Herkunft aus dem Gebiet des Rheinlandes.


Eleonore Gürtler


Literatur: Cinzia Piglione, Arte renana, 1207/18. Altarolo portatile, in: Ori e Argenti dei Santi. Il tesoro del duomo di Trento, a cura di Enrico Castelnuovo (Trento 1991), Kat. Nr. 6, mit Farbabbn.