Prophet

Prophet

In: Eines Fürsten Traum. Meinhard II. – Das Werden Tirols. Katalog der Tiroler Landesausstellung 1995 im Schloß Tirol und im Stift Stams. Redigiert von Josef Riedmann. – Dorf Tirol: Südtiroler Landesmuseum Schloß Tirol; Innsbruck: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum 1995. 600.8°. Objekt-Nr.: 18.9, S. 460.

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Leihgeber: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum (Innsbruck, Tirol), P 1086
Prophet

© Foto Frischauf, Innsbruck


Um 1200
Lindenholz, Höhe 111 cm, vollrund, Reste späterer Fassung
Die beiden säulenartigen Prophetenfiguren stammen aus der 1782 abgetragenen St. Mauritiuskapelle in Wenns im Pitztal.

Ihr ursprünglicher Standort ist nicht bekannt. Die Herkunft des Typus aus der Bauplastik ist etwa im Vergleich mit den vier Apostelfiguren der ehemaligen Vorhalle der Kathedrale in Chur um 1250 – hier in Verbindung mit der Säule und den Löwen – oder den Engeln des Engelpfeilers im Straßburger Münster um 1230 augenscheinlich. Die in sich geschlossene, dem Holzstamm entsprechende blockhafte Körperlichkeit, die präzise Haarmodellierung, die gratige, fast zeichnerisch geprägte Faltenbildung lassen die stilistische Herkunft aus dem burgundisch-westlichen Kunstkreis erahnen. Die vier Apostel des Freudenstädter Lesepultes mögen eine Orientierung sein, ohne eine stilistische Nähe reklamieren zu wollen.


Gert Ammann

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Literatur: Johanna Gritsch, Zwei unbekannte Figuren in Wenns, in: Beiträge zur Kunstgeschichte Tirols. Festschrift Oswald Trapp (= Schlern-Schriften 208, Innsbruck 1959), S. 69f. – Erich Egg, Kunst in Tirol. Baukunst und Plastik (Innsbruck-Wien-München 1970), S. 264. – Silvia Spada-Pintarelli, La croce romanica di Prati di Vizze (Wiesen), in: La scultura lignea di Friuli (1993), S. 116ff.