Konventsiegel des Klosters Neustift

Konventsiegel des Klosters Neustift

In: Eines Fürsten Traum. Meinhard II. – Das Werden Tirols. Katalog der Tiroler Landesausstellung 1995 im Schloß Tirol und im Stift Stams. Redigiert von Josef Riedmann. – Dorf Tirol: Südtiroler Landesmuseum Schloß Tirol; Innsbruck: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum 1995. 600.8°. Objekt-Nr.: 15.61, S. 402.

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Leihgeber: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum (Innsbruck, Tirol), Siegelsammlung, 45/M III
Konventsiegel des Klosters Neustift

© Foto Frischauf, Innsbruck


Um 1260
Ungefärbtes Wachs, rund, Durchmesser 55 mm
Siegelumschrift: +S(IGILLUM) . GRACIAS . SANCTE . MARIE . IN . NOVACELLA
Darstellung der thronenden Muttergottes mit Kind

Bald nach seinem Amtsantritt unternahm Bischof Hartmann von Brixen (1140-1164) Anstrengungen, zur Intensivierung der Seelsorge in der Nähe von Brixen ein Kloster zu errichten. Nachdem er zuvor selbst Propst des Augustiner-Chorherrestiftes Klosterneuburg bei Wien gewesen war, lag es nahe, von dort seine früheren Mitbrüder zur Klostergründung zu berufen. Grund und Boden stellten Burggraf Reginbert von Säben und seine Gemahlin Christine zur Verfügung. Kloster und Kirche wurden 1142 geweiht. Durch Schenkungen besonders der Landesfürsten und des Adels gelangte Neustift bald zu Reichtum und großem Grundbesitz; es konnte selbst ein eigenes Hofgericht entstehen. Die bedeutendste Persönlichkeit im Zusammenhang mit der frühen Geschichte von Neustift ist Propst Konrad von Rodank (1178-1200), der spätere Bischof von Brixen. Ihm verdankt Neustift seine im Prinzip immer noch bestehende bauliche Anlage, die nach dem katastrophalen Brand von 1190 errichtet worden war.


Meinrad Pizzinini


Literatur: Ladislao de Laszlocky, I sigilli del Convento e dei Prepositi di Novacella, in: Cultura Atesina 8 (1954), S. 33. – Franz Caramelle, Richard Frischauf, Die Stifte und Klöster Tirols (Innsbruck-Wien- Bozen 1985), S. 59-74. – 850 Jahre Chorherrenstift Neustift. Katalog. 1. Südtiroler Landesausstellung, Stift Neustift 1992. Red. von Theobald Herbert Innerhofer (Neustift 1992).