Chur

Chur

In: Eines Fürsten Traum. Meinhard II. – Das Werden Tirols. Katalog der Tiroler Landesausstellung 1995 im Schloß Tirol und im Stift Stams. Redigiert von Josef Riedmann. – Dorf Tirol: Südtiroler Landesmuseum Schloß Tirol; Innsbruck: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum 1995. 600.8°. Objekt-Nr.: 15.34, S. 391.

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Leihgeber: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum (Innsbruck, Tirol), W 942
Chur

© Foto Frischauf, Innsbruck


1642
Matthäus Merian: Topographia Helvetiae Rhaetiae et Valesiae
Kupferstich, 199 x 280 mm
Inschrift oben Mitte: "Chur"; rechts oben: Wappen von Chur

Unterhalb der Darstellung Bezeichnung einzelner Gebäude Chur (lateinisch Curia), im heutigen schweizerischen Kanton Graubünden gelegen, besaß gewiß schon im 3. Jahrhundert die Rechte eines römischen Municipiums, wurde Sitz des Präses der Provinz Raetia prima und erhielt wahrscheinlich im 4. Jahrhundert einen Bischof, der später oft zugleich als Präses fungierte.
Nach der Einverleibung Churraetiens in das Frankenreich (536) gelang es dem Bischof in einer Jahrhunderte währenden Entwicklung, wesentliche Rechte zu erwerben (Immunität, Münzrecht, Steuerrechte, Zoll usw.) und zum bedeutendsten Grundherrn von Chur aufzusteigen und schließlich in den Besitz der gesamten Stadt zu gelangen. Um 1033 besaß der Bischof die volle Hoheit über Chur. Die Rechte über die Stadt verlor er erst 1526.
Entsprechend der Funktion als kirchliches und religiöses Zentrum entstanden mehrere Sakralbauten wie der Dom zu Mariae Himmelfahrt, neu errichtet zwischen 1151 und 1295, oder die Kirche St. Luzi mit den Reliquien des Diözesanpatrons St. Lucius oder das Dominikanerkloster.


Meinrad Pizzinini


Literatur: Lexikon für Theologie und Kirche 2, 1196-1198.