Szenen aus dem Leben des heiligen Korbinian

Szenen aus dem Leben des heiligen Korbinian

In: Eines Fürsten Traum. Meinhard II. – Das Werden Tirols. Katalog der Tiroler Landesausstellung 1995 im Schloß Tirol und im Stift Stams. Redigiert von Josef Riedmann. – Dorf Tirol: Südtiroler Landesmuseum Schloß Tirol; Innsbruck: Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum 1995. 600.8°. Objekt-Nr.: 15.30, S. 388.

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Leihgeber: Pfarramt Aßling
Szenen aus dem Leben des heiligen Korbinian

© Foto Frischauf, Innsbruck


Um 1480
Werkstatt des Friedrich Pacher – Barbarameister
Öl auf Holz, 66 x 143cm

Predella des Korbinianaltars in der Wallfahrtskirche St. Korbinian in der Gemeinde Aßling, auf der 5 Wunder des heiligen Korbinian (Patron der Diözese Freising) dargestellt sind: Ein Bär zerreißt ihm auf der Romreise sein Pferd. Er befiehlt dem Bären, sein Gepäck zu tragen. – Beim Wunder von Weihenstephan, schlägt der Heilige Wasser aus dem Felsen. – Korbinian erweckt, den durch seine Initiative zwar begnadigten, aber bereits hingerichteten Räuber Adalbert wieder zum Leben. – Der Bischof betet zu Gott um eine Fastenspeise, die ihm in Form eines Fisches von einem Adler gebracht wird. – Unter dem Segen St. Korbinians bietet sich für seinen Diener ein großer Fisch als Brücke über den Fluß an.
Korbinian, Heiliger und Bischof in Freising, stammte aus der Gegend von Paris. Nach einigen Jahren des Eremitentums begab er sich auf eine Pilgerreise nach Rom, wobei er unterwegs in Kuens bei Meran eine Kirche gründete. In Rom forderte der Papst ihn auf, sein Einsiedlerleben aufzugeben, und schickte ihn als Bischof ins Frankenreich zurück. Auf die Bitte des Herzogs Grimoald ließ er sich auf einem Berg im Westen von Freising nieder und gründete dort eine kleine Kirche zu Ehren des heiligen Stephan, aus der das Kloster Weihenstephan (vor 725) entstand. Aufgrund einiger Unstimmigkeiten zwischen Korbinian und der Gemahlin des Herzogs zog er ins Grenzgebiet zu den Langobarden ans Grab des heiligen Valentin im Castrum Maiense (Zenoburg) bei Meran, wo er ein Gut mit einer Kirche erhielt. Erst knapp vor seinem Tod (720/730) kehrte er nach Freising zurück. Heute noch ist sein Wirken im Patrozinium der Pfarrkirche von Kuens sichtbar.


Claudia Sporer-Heis


Literatur: Karl Künstle, Ikonographie der Heiligen (Freiburg 1926), S. 388ff. – Meinrad Pizzinini, Osttirol. Der Bezirk Lienz. Seine Kunstwerke, historischen Lebens- und Siedlungsformen (= Österreichische Kunstmonographie 7, Salzburg 1974), S. 126. – Otto Wimmer, Hartmann Melzer, Lexikon der Namen und Heiligen (Innsbruck-Wien 1988), S. 497. – Hans Nothdurfter, Tirol und Bayern: Klöster im frühen Mittelalter, in: Bayerisch-tirolische G'schichten...eine Nachbarschaft 2. Katalog der Tiroler Landesausstellung Kufstein 1993 (Innsbruck 1993), S. 27f.